Aus für den Verbrenner-Macan
Porsche opfert sein Erfolgsmodell
Aktualisiert am 15.07.2026 – 15:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Das meistverkaufte Modell von Porsche verschwindet vom Markt. Der Konzern räumt nun ein: Ein teurer Irrtum führte zu dem Aus.
Porsche stellt die Produktion des Macan mit Verbrennungsmotor ein. Damit verzichtet der Sportwagenhersteller weltweit auf sein meistverkauftes Modell. Zuletzt kauften die Kunden den Benziner häufiger als die Elektrovariante, die künftig als einzige im Angebot bleibt.
Bürokratie erzwang das Aus
In Europa scheiterte der Benziner an neuen Gesetzen. Verschärfte EU-Vorschriften zur Cybersicherheit hätten eine teure Überarbeitung der Elektronik verlangt. Porsche sparte sich diese Investition. Der Schritt birgt allerdings finanzielle Risiken.
Die Verkaufszahlen des ersten Halbjahres zeigen das Dilemma:
- Der Benziner dominiert: Porsche lieferte weltweit 19.695 Macan mit Verbrennungsmotor aus.
- Das Elektroauto schwächelt: Die E-Variante kam im selben Zeitraum nur auf 15.620 Fahrzeuge.
Obwohl Porsche den Verkauf des Verbrennermodells in Europa bereits Anfang 2025 stoppte, ist es weltweit am erfolgreichsten. Allerdings steht es um den Absatz des Macan insgesamt nicht zum Besten: Die Auslieferungen der gesamten Modellreihe gingen um 22 Prozent zurück.
Konzernchef gesteht Fehlkalkulation
Der gesamte Volkswagen-Mutterkonzern leidet unter der schwachen Nachfrage nach Elektroautos. Zudem strichen die USA wichtige Steuervergünstigungen. Anfang des Jahres gab VW-Konzernchef Oliver Blume zu, dass Porsche das Kaufverhalten seiner Kunden falsch eingeschätzt habe. Nun wird deutlich: Die Wende zur Elektromobilität wird länger dauern als gedacht.
Lange Jahre ohne Nachfolger
Um die Händler zu unterstützen, baute Porsche zuletzt Benziner auf Vorrat. Diese Bestände sichern vorerst den Verkauf außerhalb Europas. In den USA etwa erhalten Kunden den Macan mit Verbrennungsmotor noch bis ins Jahr 2027. Für viele Händler beginnt nun jedoch eine lange Wartezeit. Ein neuer Crossover mit Verbrenner- oder Hybridantrieb, der die Plattform des Audi Q5 nutzt, kommt erst 2028.
Diese Lücke verschärft die ohnehin tiefe Krise: Im ersten Halbjahr lieferte Porsche insgesamt nur 23.700 reine E-Autos aus – ein Minus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch dieses Problem betrifft den gesamten Volkswagen-Konzern. Dort sanken die Auslieferungen von E-Autos um knapp sechs Prozent. Hauptursache sind die schwachen Märkte in China und den USA. Einzig der Absatz in Europa legte leicht zu. Für eine Trendwende ist das jedoch zu wenig.
