Vor 130 Jahren
Sie war die erste Fußgängerin, die von einem Auto getötet wurde
16.08.2026 – 07:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Acht Jahre nach der ersten Fernfahrt eines Automobils ereignete sich in London ein fataler Unfall. Und noch heute werden etliche Menschen durch Autos getötet.
Sie soll noch ihren Schirm aufgespannt und hochgehalten haben, um das herannahende Auto zum Ausweichen zu bewegen, doch vergeblich: Am 17. August 1896 fuhr Arthur Edsall die 44-jährige Bridget Driscoll mit seinem Roger-Benz in London an – mit geringer Geschwindigkeit. Driscoll war den Überlieferungen zufolge mit ihrer 16 Jahre alten Tochter und einem Freund auf dem Weg zum Crystal Palace, einem ehemaligen Ausstellungsgebäude im Stadtteil Sydenham. Doch diesen sollte sie niemals erreichen: Wenige Minuten nach dem Zusammenstoß starb die Frau. Seither gilt sie als erste Fußgängerin, die bei einem Autounfall ums Leben kam.
Edsall war erst seit drei Wochen Autofahrer, eine Fahrerlaubnis gab es damals nicht. Schließlich hatte Bertha Benz erst acht Jahre zuvor, 1888, die erste Fernfahrt mit einem Auto unternommen.
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Einige Zeugen hielten Edsalls Geschwindigkeit für zu hoch. Eine Mitfahrerin hörte jedoch, wie er „Zurücktreten!“ rief. Das Gericht stellte schließlich „Tod durch Unfall“ fest – ohne Fahrlässigkeit des Fahrers. In Großbritannien gab es damals kaum mehr als zwei Handvoll benzinbetriebener Autos.
Driscoll war natürlich nicht die erste Verkehrstote: Schon zuvor waren Menschen von Pferden umgerannt, von Kutschen erfasst oder von Eisenbahnen getötet worden. Die irische Naturwissenschaftlerin Mary Ward etwa fiel am 31. August 1869 aus einem von ihren Cousins gebauten Fahrzeug und wurde von diesem überfahren. Ward gilt als erster dokumentierter Mensch, der unter den Rädern eines motorisierten Fahrzeugs ums Leben kam.

In Gerichtsverhandlungen nach den Unfällen von Ward und Driscoll wurde jeweils erklärt, ein solcher Tod möge der letzte seiner Art gewesen sein. Der Wunsch erfüllte sich nicht. Wenige Wochen nach Driscolls Tod kündigte im November 1896 die schottische General Accident Co. als eines der ersten Versicherungsunternehmen eine Kraftwagenversicherung an.














