Ausflugstipp
„Klein-Venedig“ in Hessen: Diese Stadt überrascht Besucher
Aktualisiert am 18.08.2026 – 03:33 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Städtchen in Nordhessen trägt einen ungewöhnlichen Beinamen. Warum Bad Sooden-Allendorf als „Klein-Venedig“ bekannt ist.
Bad Sooden-Allendorf in Nordhessen klingt erst einmal nicht nach südeuropäischem Flair. Doch die Kleinstadt trägt nicht umsonst den Beinamen „Klein-Venedig“. Im Werratal, am Dreiländereck von Hessen, Thüringen und Niedersachsen, schlängelt sich die Werra malerisch an historischen Fachwerkhäusern vorbei. Und die nordhessische Stadt hat noch mehr zu bieten.
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Die salzige Stadtgeschichte von Bad Sooden-Allendorf
Die Stadt liegt rund zweieinhalb Autostunden von Frankfurt entfernt und zählt 8.526 Einwohner. Sie setzt sich aus den beiden Ortsteilen Allendorf und Sooden zusammen, die durch die Werra voneinander getrennt werden. Allendorf besticht dabei vor allem durch seine geschlossene Fachwerkarchitektur, während Sooden von Kuranlagen geprägt wird – früher war der Ortsteil zudem Heimat der Salzwerke.
Seit Jahrhunderten spielt Salz in Bad Sooden-Allendorf eine zentrale Rolle. Die aus dem Boden gewonnene Sole wird heute medizinisch genutzt. Am Gradierwerk können Besucher bei einem Spaziergang die salzhaltige Luft einatmen und das Freiluft-Inhalatorium nutzen. Medizinische Soleanwendungen bietet außerdem die Werratal-Therme an.
Sole: Wirksamkeit unbestritten
Sole, ein Begriff, der sich vom spätmittelhochdeutschen „sul“ oder „sol“ für „Salzbrühe“ ableitet, ist eine wässrige Lösung, die mindestens 14 Gramm gelöste Stoffe pro Liter Wasser enthält. Ursprünglich bezog sich der Ausdruck ausschließlich auf Kochsalzlösungen. Diese wurden aus natürlichen Solequellen in Salinen, Gradierwerken, Salzbergwerken oder am Meer gewonnen. Die medizinische Wirksamkeit von Sole-Anwendungen bei einigen Hautkrankheiten ist unbestritten. Bei anderen Anwendungsgebieten wird die Wirksamkeit oft infrage gestellt. Es gibt Sole-Trinkkuren, Solespülungen, Solebäder, Sole-Einreibungen, Sole-Umschläge und Sole-Inhalationen.
In Hessens „Klein Venedig“ gibt es viel zu entdecken
Wer sich in Bad Sooden-Allendorf auf Entdeckungstour begibt, findet schnell einen Stadtteil, den die Einheimischen „Fischerstad“, oder liebevoll auch „Klein-Venedig“ nennen. Hier gibt es prächtige Fachwerkhäuser zu entdecken, die zur Deutschen Fachwerkstraße gehören.
Der „Fischerstad“ war vor langer Zeit der Wohnbereich der Werrafischer. Noch heute üben einzelne Bewohner bei wieder zunehmendem Fischbestand nebenberuflich die Fischerei aus. Die am Ufer liegenden Boote, die dem Örtchen erst den Namen „Klein-Venedig“ einbrachten, sind notwendig, da die Bewohner nur damit ihre auf der Werrainsel liegenden Gärten erreichen können. Die ehemalige Fischersiedlung liegt an der einen Seite dicht an der Stadtmauer und an der anderen Seite direkt am Fluss.
Die Werrainsel können Besucher in etwa fünf Minuten zu Fuß von der Altstadt aus erreichen. Etwa über die Werrabrücke. Neben den Gärten der Stadtbewohner findet sich auf der Insel auch ein Campingplatz. Hier lassen sich zahlreiche Camper mit ihren Wohnmobilen nieder.
