August 17, 2026 8:50 p.m. CEST

24 Stunden Stillstand

Gewerkschaft legt sechs Häfen lahm

Aktualisiert am 17.08.2026 – 18:49 UhrLesedauer: 2 Min.

Hamburger Hafen (Archivbild): Verdi hat Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen. (Quelle: Markus Scholz/dpa/dpa-bilder)

Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den Seehafenbetrieben stocken. Nun eskaliert der Konflikt mit Folgen für Lieferketten in Industrie und Handel.

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten an sechs deutsche Seehäfen zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind Hamburg, Bremerhaven, Bremen sowie die niedersächsischen Häfen Wilhelmshaven, Emden und Brake. Der Ausstand soll am Montagabend beginnen.

Hintergrund sind laufende Tarifverhandlungen. Verdi fordert für rund 11.000 Beschäftigte in den Häfen 8,2 Prozent höhere Stundenlöhne bei einer Laufzeit von einem Jahr. Die erste Verhandlungsrunde hatte im Juli in Bremen stattgefunden. Der Arbeitgeberverband, der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) mit Sitz in Hamburg, hatte in der zweiten Runde sein Angebot erhöht. Er bietet unter anderem ein Lohnplus von 5,1 Prozent bei einer Laufzeit von 19 Monaten.

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Verdi lehnt Angebot der Arbeitgeber ab

Am Freitag war bekannt geworden, dass Verdi dieses Angebot ablehnt. Die Gewerkschaft stützte sich dabei auf eine Befragung unter den Beschäftigten, an der sich mehr als 6.100 Arbeitnehmer beteiligten. Die Mehrheit hielt das Arbeitgeberangebot demnach für nicht ausreichend. Verdi-Verhandlungsführerin Sylvi Krisch erklärte: „Dieses Signal an die Arbeitgeber, dass wir es ernst meinen mit unserer Tarifforderung, ist offenbar dringend nötig.“ Krisch zufolge wartet die Gewerkschaft auf einen dritten Verhandlungstermin.

ZDS-Hauptgeschäftsführer Florian Keisinger bedauerte die Ablehnung. Das Angebot sei im Vergleich zu anderen Branchen gut und liege „am oberen Ende“. Als Beispiel nannte er den Abschluss in der Chemieindustrie. Die Warnstreiks bezeichnete Keisinger als „unverhältnismäßig“. Sie beeinträchtigten die Zuverlässigkeit der Häfen und setzten Lieferketten in Industrie und Handel weiter unter Druck. Es könne Auswirkungen auf Importe und Exporte geben, da die globalen Lieferketten bereits angespannt seien.

Die vorangegangene Tarifrunde im vergangenen Jahr war ohne Warnstreiks verlaufen. Verdi und ZDS hatten sich bereits in der ersten Verhandlungsrunde geeinigt: auf ein Lohnplus von 3,1 Prozent bei einjähriger Laufzeit sowie weitere Zahlungen. Verdi-Mitglieder erhielten zudem einen zusätzlichen freien Tag.

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