August 18, 2026 12:16 a.m. CEST

Weniger illegales Brutzeln

Grillen im Volkspark: Mehr Beschwerden von Anwohnern


17.08.2026 – 18:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Wiese im Volkspark Friedrichshain (Archivbild): Im Sommer sind regelmäßig Hunderte Menschen im Park und grillen. (Quelle: via imago-images.de)

Im Sommer ziehen über den Volkspark Friedrichshain meist dichte Rauchschwaden – Anwohner leiden, Beschwerden nehmen zu. Dennoch zieht das Bezirksamt eine positive Bilanz.

Rauch, Müll und Lärm beschäftigen Anwohner und Behörden rund um die Grillwiese im Neuen Hain weiterhin. Auf Nachfrage der Berliner Redaktion von t-online beim Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat die „Beschwerdelage im Zusammenhang mit dem Grillen insgesamt zugenommen“. Auch über das Portal „Ordnungsamt Online“ gingen mehr Meldungen ein als im Vorjahr – die Ressourcen der Behörden seien aber limitiert.

Um die bestehenden Regeln durchzusetzen, setzen die Behörden weiter auf Kontrollen. Acht gemeinsame Einsätze von Ordnungsamt und Polizei habe es auf und rund um die Grillwiese gegeben, so das Bezirksamt. Die Kontrollen fänden überwiegend samstags statt, wenn besonders viele Besucher im Park erwartet würden.

Über 50 Euro Verwarngeld können drohen

„Aufgrund der begrenzten personellen Ressourcen von Polizei und Ordnungsamt können die Maßnahmen jedoch nur punktuell erfolgen und keine flächendeckende Kontrolle gewährleisten“, heißt es dazu weiter. Die Einsätze seien jedoch grundsätzlich positiv zu bewerten.

Werden Wildgriller außerhalb der ausgewiesenen Flächen erwischt, wird ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, so das Bezirksamt. Bis zu 55 Euro Verwarnungsgeld drohen demnach. Je nach Schwere des Verstoßes kann den Angaben zufolge auch eine Anzeige gefertigt werden.

Parkflächen ächzen unter Hitzebelastung

Unter dem illegalen Grillen und der Verschmutzung leiden in diesem Sommer nicht nur die direkten Anwohner des Volksparks Friedrichshain. Wie das Bezirksamt schreibt, seien Grünflächen aufgrund der hohen Nutzung und der anhaltenden Trockenheit in diesem Jahr „hitzegestresst“. Daraus entstandene Schäden würden allerdings nicht statistisch erfasst.

Vor wenigen Wochen wurde das Grillen im Friedrichshain, wie auch in anderen Parks der Hauptstadt, wegen der Trockenheit und Brandgefahr für ein paar Tage gänzlich untersagt.

Schon vor Monaten warnten Anwohner in einer Petition vor den Folgen der Grill-Gruppen am Wochenende. Wie Anwohner des Neuen Hains darin schreiben, steige die Brandgefahr. Auch gebe es Schäden durch wilde Feuerstellen an den umliegenden Bäumen und auf den Wiesen, heißt es auf der gemeinnützigen Kampagnen- und Petitionsplattform innn.it. Mitte August 2026 haben den Antrag für eine „respektvolle Nutzung“ der Flächen etwas mehr als 9.550 Menschen unterschrieben.

Bezirksamt: Weniger illegales Grillen

Generellen Handlungsbedarf sahen Teile der Berliner Landespolitik allerdings bisher nicht. Anfang des Jahres wurde bei der Bezirksverordnetenversammlung ein entsprechender Antrag der CDU laut der Partei von Grünen, Linken und SPD abgelehnt. Gefordert wurden darin unter anderem mehr Präsenz von Ordnungsamt und Parkläufern, Einschränkungen für laute Musik sowie eine Räumung der Fläche um 22 Uhr – größtenteils bereits bestehende Regeln.

Jedoch berichtet das Bezirksamt auch Gegenteiliges zur aktuellen Situation im Park: Demnach sei in diesem Jahr sogar seltener illegal gegrillt worden. Eine genauere Beurteilung dieser Entwicklung bleibe aber schwierig, Faktoren wie das Wetter hätten Einfluss auf die Nutzung der Grillwiese.

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