Bei einem Hirnaneurysma sieht die Symptomatik anders aus. Hier gibt es zum einen die asymptomatische Variante, die ohne Beschwerden verläuft. Wenn die Gefäßaussackung jedoch groß ist und ungünstig liegt, sodass Druck auf bestimmte Nerven ausgeübt wird, kann es zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Lähmungen der Augenmuskulatur kommen. Auch Krampfanfälle oder Sprach- und Hörstörungen sind möglich.
Was passiert, wenn ein Aneurysma platzt?
Je größer ein Aneurysma wird, desto höher ist das Risiko, dass es reißt. Platzt ein Bauchaortenaneurysma, kommt es zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen. Typisch sind plötzlich einsetzende starke Bauch-, Rücken- oder Flankenschmerzen. Durch den hohen Blutverlust kann der Blutdruck rasch abfallen und ein Kreislaufschock entstehen.
Reißt ein Hirnaneurysma, kommt es zu einer Hirnblutung. Das häufigste Symptom ist ein plötzlich einsetzender, extrem starker Kopfschmerz. Hinzu können Übelkeit, Erbrechen, Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen sowie neurologische Ausfälle wie Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen oder Krampfanfälle kommen.
Ein gerissenes Aneurysma ist immer ein medizinischer Notfall. Bei Verdacht sollte sofort der Rettungsdienst verständigt werden (Notruf 112).
Schlaganfall infolge eines Aneurysmas
In manchen Hirnaneurysmen können sich Blutgerinnsel bilden. Löst sich ein Gerinnsel, kann es mit dem Blutstrom in eine kleinere Hirnarterie gespült werden und diese verschließen. Die Folge kann ein Schlaganfall sein.
Aneurysma im Bauch und in der Brust
Am häufigsten entstehen Aneurysmen an der Aorta. Diese entspringt der linken Herzkammer, verläuft zunächst nach oben, bildet einen Bogen und zieht anschließend durch den Brustkorb bis in den Bauch, wo sie sich in die beiden Beckenarterien teilt. In allen Abschnitten der Aorta können sich krankhafte Gefäßerweiterungen bilden.
Reißt ein Aortenaneurysma, kommt es zu schweren inneren Blutungen. Je nach Lage sammelt sich das Blut im Brustkorb oder im Bauchraum. Ein gerissenes Aortenaneurysma ist ein lebensbedrohlicher Notfall.
Rund 90 Prozent aller Aortenaneurysmen entstehen im Bauchbereich. Männer sind etwa fünfmal häufiger betroffen als Frauen. Da ein Bauchaortenaneurysma oft lange keine Beschwerden verursacht, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland für Männer ab 65 Jahren einmalig die Kosten für eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung. Frauen haben keinen generellen Anspruch auf dieses Screening. Bei ihnen kann eine Untersuchung jedoch sinnvoll sein, wenn ein erhöhtes Risiko besteht – etwa durch Rauchen, eine familiäre Vorbelastung oder andere Risikofaktoren.
Die Ultraschalluntersuchung ist schmerzlos und dauert nur wenige Minuten. Wird eine Erweiterung der Bauchschlagader festgestellt, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen und die Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Rauchen wichtig. Erreicht das Aneurysma eine bestimmte Größe oder wächst es rasch, prüfen Ärzte mithilfe weiterer Untersuchungen (etwa einer Computertomografie), ob eine Operation erforderlich ist.













