Der Vorteil für den Partner, der während der Ehe wenig verdient hat: Er baut schon während der Ehe eigene Ansprüche auf, statt später auf die Anrechnungsregeln der Witwenrente angewiesen zu sein. Bisher ist dieses Splitting freiwillig und auf gemeinsamen Antrag möglich – genutzt wird es aber nur selten.
Embed
Für die Frau: zwei gegenläufige Effekte
Die Forschenden des Ifo-Instituts haben sich nun angeschaut, was eine Pflicht zum Rentensplitting und das Ende der Witwenrente finanziell bedeuten würde. Die Studie bildet dafür typische Ehepaare über den gesamten Lebensverlauf ab – von der Heirat über den gemeinsamen Ruhestand bis zum Tod des meist älteren Mannes und der anschließenden Witwenphase der Frau. Für jede Konstellation berechneten die Autoren den Barwert aller künftigen Rentenzahlungen, also die auf den Renteneintritt abgezinste Summe.
Für die Frau ergeben sich dabei zwei gegenläufige Effekte: Sie gewinnt durch die Umverteilung, weil sie beim Splitting an der höheren Rente des Mannes hälftig beteiligt wird. Sie verliert aber ihren Anspruch auf die Witwenrente. Ob unterm Strich ein Plus oder Minus steht, hängt vor allem von Ehedauer, Einkommensunterschied und Altersabstand ab. Je geringer ihr eigenes Einkommen und je früher geheiratet wurde, desto eher profitiert sie; je größer der Altersunterschied und je später die Heirat, desto stärker rutscht die Rechnung ins Minus.
Teils sechsstellige Verluste für Paare
Für das Ehepaar als Ganzes bleibt es in allen untersuchten Konstellationen beim Verlust: Der Wegfall der Witwenrente wiegt schwerer als der Umverteilungsgewinn. In keiner der geprüften Kombinationen aus Einkommensunterschied, Altersabstand und Heiratsalter würde ein Paar durch den Wechsel im Endeffekt profitieren.
Für ein typisches Paar mit Monatsrenten von 1.400 Euro (Mann) und 850 Euro (Frau) summiert sich der Verlust über den gesamten Lebensverlauf auf rund 26.500 bis 39.100 Euro – je nachdem, wie lange die Ehe dauert. Sechsstellige Verluste entstehen erst bei stark ungleichen Einkommen und großem Altersabstand.
Anders sieht es aus, wenn man nur die Frau betrachtet: Für sie kann die Rechnung je nach Konstellation von einem Plus von rund 153.000 Euro bis zu einem Minus von rund 152.000 Euro reichen. Am stärksten profitiert eine Frau, die früh geheiratet hat, kaum eigene Ansprüche aufgebaut hat und etwa gleich alt ist wie ihr Mann. Was sie dabei gewinnt, geht jedoch zulasten des Mannes – und die gemeinsame Haushaltsbilanz bleibt trotzdem negativ.















