September 14, 2026 10:24 a.m. CEST

Die Kritik an Alexander Zverevs Sieg von New York kann ihm egal sein. Er hat ein historisches Tennisjahr gespielt – und gezeigt: Er kann es bis an die Spitze schaffen.

Als wollte er ein allerletztes Mal bei diesen US Open zeigen, wie ernsthaft er dieses ganze Turnier angegangen ist: Im Moment seines größten Triumphs in New York wollte Alexander Zverev einfach weiterspielen – erst beim zweiten Blick auf die Anzeigetafel realisierte der deutsche Weltranglistenzweite, dass er das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres gerade gewonnen hatte. Und riss dann ungläubig strahlend die Arme zum Jubel hoch.

Mit diesem seinem zweiten Grand-Slam-Sieg 2026 hat Zverev ein aus deutscher Sicht historisches Tennisjahr abgeschlossen: Bei gleich zwei Major-Turnieren innerhalb eines Kalenderjahres zu reüssieren, das war bei den deutschen Herren bis dahin einzig Boris Becker gelungen, der 1989 sowohl Wimbledon als auch die US Open gewann. Zverevs Erfolg in New York – und zuvor sein erlösender Premierenerfolg im Juni bei den French Open – toppen Beckers Glanzjahr nochmal.

Der Erfolg von Paris setzte neue Kräfte frei

Zverev nämlich vollbrachte dazu das Kunststück, in allen vier Grand Slams dieses Jahres mindestens das Halbfinale zu erreichen. Das schaffte im Herrentennis zuvor nur ein elitärer Kreis aus seinem aktuellen Rivalen Jannik Sinner und den vier Legenden Novak Djokovic, Andy Murray, Rafael Nadal und Roger Federer. Nun gehört auch der Hamburger in diesen illustren Kreis.

2026 ist damit das Tennis-Jahr des 1,98-Meter-Manns. In den vergangenen Monaten hat sich der Eindruck nicht nur verstärkt, sondern bestätigt: Das ist der beste Alexander Zverev, den es je gab. Spielerisch und taktisch stärker, variabler, auch reifer. Mental fokussierter, gefasster und stabiler.

Der Erfolg von Paris setzte dazu nochmals neue Kräfte frei: Die eines Spielers, der sich vom Jäger zum Gejagten entwickelt hat. Alexander Zverev muss niemandem mehr etwas erklären.

Dafür kann Zverev nichts

Ihm jetzt vorzuwerfen, er habe für diesen zweiten Grand-Slam-Titel keinen einzigen Spieler aus der Top-Ten-Weltrangliste besiegen müssen, ist absurd. Für die Auslosung der Turnierleitung kann er nichts. Ebensowenig für die Tatsache, dass Jannik Sinner verletzt ausfiel und Carlos Alcaraz nicht voll fit war.

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