September 6, 2026 10:48 p.m. CEST

Sachsen-Anhalt

AfD strebt nach Wahl-Triumph an die Macht in Sachsen-Anhalt

Aktualisiert am 06.09.2026 – 21:26 UhrLesedauer: 5 Min.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lässt sich feiern. (Quelle: Michael Kappeler/dpa/dpa-bilder)

Die AfD will in Sachsen-Anhalt regieren. Sollte es dazu kommen, wäre das historisch. Für eine Alleinregierung der als rechtsextremistisch eingestuften Partei reicht es laut Hochrechnungen nicht.

Die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund strebt nach ihrem starken Abschneiden bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an die Regierung. Erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs könnte eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei in einem Bundesland an die Macht gelangen – wenn sie Unterstützer findet. Für eine Alleinregierung reicht es laut Hochrechnungen von ARD und ZDF nicht. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze fuhr immense Verluste ein.

Die Linke büßt Stimmen ein. Die Grünen gewinnen deutlich hinzu, die SPD hält etwa ihren Stimmenanteil. Damit deutet sich eine komplizierte Regierungsbildung an. Der Einzug des BSW in den Landtag steht auf der Kippe.

Den Hochrechnungen zufolge kann die AfD ihren Stimmenanteil auf 44 Prozent (2021: 20,8 Prozent) mehr als verdoppeln. Es wäre das beste Ergebnis, das eine Partei in den vergangenen zehn Jahren bei Landtagswahlen erreicht hat. Die CDU halbiert etwa ihren Stimmenanteil und steuert mit 17,5 bis 17,8 (37,1 Prozent) auf ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu.

Die Linke erhält 8,8 bis 8,9 Prozent (11 Prozent). Die Grünen liegen bei 8,7 bis 9 Prozent (5,9 Prozent), es wäre das beste Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die SPD kommt auf 9 bis 9,1 Prozent (8,4 Prozent). Die FDP fliegt mit 2,4 bis 2,5 Prozent (6,4 Prozent) aus dem Parlament. Das Bündnis Sahra Wagenknecht steht bei 5 bis 5,1 Prozent.

Den Hochrechnungen zufolge erhält die AfD 39 Sitze im Landtag, die CDU 16. Linke, SPD und Grüne kommen jeweils auf 8 Mandate. Das BSW erhält 4 Sitze.

Die Wahlbeteiligung liegt demnach bei 76,9 bis 78,1 Prozent (2021: 60,3 Prozent) – ein Rekordwert. Knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigte durften abstimmen.

Jubel bei der AfD am Wahlabend (Quelle: Michael Kappeler/dpa/dpa-bilder)

Schwarz-rot-gelbe Regierungskoalition am Ende

Eine Neuauflage der bisher in Sachsen-Anhalt regierenden Koalition aus CDU, SPD und FDP ist damit ausgeschlossen. Es war das einzige derartige Bündnis auf Landesebene. Die AfD hatte eine Alleinregierung angestrebt – dafür reichen die Stimmen laut Hochrechnungen aber knapp nicht. Gleichwohl wäre es das beste Ergebnis der Partei bei einer Landtagswahl. Stärkste Kraft war sie bei einer Landtagswahl schon einmal: 2024 in Thüringen. Von den übrigen Parteien will in Sachsen-Anhalt keine mit der AfD koalieren.

Um weiterregieren zu können, wäre Spitzenkandidat Schulze von der CDU unter anderem auf Stimmen der Linken angewiesen – ähnlich wie in Sachsen und Thüringen. In seiner Partei gibt es auch Mitglieder, die sich für wechselnde Mehrheiten aussprechen – also auch unter Einbeziehung der AfD. Das dürfte die Linke aber nicht akzeptieren. Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) sagte: „Wir haben keinen Regierungsbildungsauftrag. Der liegt jetzt bei der AfD.“

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