Landtagswahl
AfD-Triumph in Sachsen-Anhalt – Regierungsbildung schwierig
Aktualisiert am 06.09.2026 – 19:22 UhrLesedauer: 5 Min.
Die AfD lässt die CDU weit hinter sich. SPD, Linke und Grüne sind etwa gleich stark. Auch das BSW kann hoffen. Die FDP fliegt aus dem Landtag. Die Regierungsbildung wird kompliziert.
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund mit weitem Abstand vorn. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF landet die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze mit immensen Verlusten auf Platz zwei. Die AfD-Bundesspitze sieht für ihre Partei den Auftrag zur Regierungsbildung, für eine Alleinregierung reicht es laut Hochrechnungen aber nicht.
Die Linke büßt demnach Stimmen ein. Die Grünen gewinnen deutlich hinzu, die SPD hält etwa ihren Stimmenanteil. Damit deutet sich eine komplizierte Regierungsbildung an. Der Einzug des BSW in den Landtag steht auf der Kippe.
Den Hochrechnungen zufolge kann die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD ihren Stimmenanteil auf 44,3 bis 44,4 Prozent (2021: 20,8 Prozent) mehr als verdoppeln. Die CDU halbiert etwa ihren Stimmenanteil und steuert mit 18,3 bis 18,4 Prozent (37,1 Prozent) auf ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu. Die Linke erhält 9,2 bis 9,3 Prozent (11 Prozent). Die Grünen liegen bei 8,7 Prozent (5,9 Prozent), es wäre das beste Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die SPD kommt auf 8,4 bis 8,7 Prozent (8,4 Prozent). Die FDP fliegt mit 2,2 bis 2,4 Prozent (6,4 Prozent) aus dem Parlament. Das Bündnis Sahra Wagenknecht steht bei 4,8 bis 5 Prozent.
Den Hochrechnungen zufolge erhält die AfD 39 bis 41 Sitze im Landtag (2021: 23), die CDU 16 bis 17 (40). Die Linke kommt auf 8 bis 9 Mandate (12), die SPD auf 7 bis 8 (9) und die Grünen auf 8 (6). Das BSW erhält laut ARD-Hochrechnung 5 Mandate.
Die Wahlbeteiligung liegt laut ZDF-Zahlen bei 78 Prozent (2021: 60,3 Prozent) – ein Rekordwert. Knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigte durften abstimmen.
Schwarz-rot-gelbe Regierungskoalition am Ende
Eine Neuauflage der bisher in Sachsen-Anhalt regierenden Koalition aus CDU, SPD und FDP ist damit ausgeschlossen. Es war das einzige derartige Bündnis auf Landesebene. Wahrscheinlich ist allerdings, dass die Regierung ihre Amtsgeschäfte noch eine Weile weiterführen wird, denn die Gespräche zur Bildung einer neuen Koalition dürften schwierig werden.
Die AfD hatte eine Alleinregierung angestrebt – dafür reichen die Stimmen laut Hochrechnungen aber knapp nicht. Gleichwohl wäre es das beste Ergebnis der Partei bei einer Landtagswahl. Stärkste Kraft war sie bei einer Landtagswahl schon einmal: 2024 in Thüringen.
