Ärger um Helikopter-Einsatz
Bürgermeister lässt Alpen-Touristen kräftig zahlen
Aktualisiert am 18.08.2026 – 14:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Auf dem höchsten Berg der Alpen herrscht Lebensgefahr. Doch einige Touristen halten sich nicht an die Warnungen – und bringen den Bürgermeister auf die Palme. Oder war alles doch ganz anders?
Am Mont Blanc, dem höchsten Berg der Alpen, ist ein Streit über Touristen entbrannt, die sich per Helikopter ins Tal haben fliegen lassen – trotz eindringlicher Warnungen, den Mont Blanc nicht zu besteigen.
Die Behörden der Gemeinde Saint-Gervais am Fuße des auf 4.807 Metern gelegenen Gipfels hatten am Dienstag (11. August) eine Warnung veröffentlicht und mehrere Berghütten geschlossen. Nach erheblichen Felsstürzen im Goûter-Tal sei die Route auf den Mont Blanc zu einer „echten Falle“ geworden, hieß es. Der Bürgermeister der Gemeinde, Jean-Marc Peillex, warnte Wanderer vor „Lebensgefahr“. Bergführer und Tourenanbieter sagten alle geplanten Besteigungen des Mont Blanc ab.
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Helikopter-Einsatz in den Alpen löst Kontroverse aus
Doch offenbar begab sich eine größere Gruppe Bergsteiger dennoch in Gefahr: In den sozialen Medien kursieren Videos der Rettungsaktion. 32 Personen verbrachten dem Bergmagazin „Alpin.de“ zufolge die Nacht in einer der Berghütten und ließen sich am nächsten Tag per Helikopter ins Tal fliegen. Grinsend filmten sich einige der Geretteten im Hubschrauber.
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Bürgermeister Peillex sah das offenbar als Affront. Auf der Plattform X schrieb er: „Ich habe gut daran getan, sie den Flug selbst bezahlen zu lassen“, gefolgt von gleich fünf wütenden Emojis. Die Alpinisten, so seine Kritik, brüsteten sich damit, sich in Gefahr begeben zu haben.
Alpenverein wehrt sich gegen Darstellung von Bürgermeister
Diese Kritik wies der Präsident des französischen Alpenvereins, Charles Van der Elst, in einem Beitrag auf LinkedIn zurück. „Wir dürfen nicht zulassen, dass sich eine falsche Darstellung durchsetzt“, schrieb er in dem Post. Die Alpinisten hätten sich sehr wohl an die Regeln gehalten. Als die Warnung veröffentlicht und die Schließung der Hütten angeordnet wurde, befanden sie sich demnach bereits auf dem Mont Blanc. Das gefährliche Goûter-Tal hätten sie bereits durchquert und seien anschließend weiter zur Hütte aufgestiegen.
Erst im Verlauf des Nachmittags hätten die Abenteurer durch einen Aushang auf der Hütte von der Gefahr und der Schließung erfahren. Dass sich einige der Alpinisten schließlich für eine Evakuierung per Hubschrauber entschieden hätten – anstatt die Route zu Fuß zurück über das Goûter-Tal zu nehmen – sei mehr als verständlich.
