Oktober 14, 2026 2:51 p.m. CEST

Bei steigenden Spritkosten

Ab diesem Moment lohnt sich ein E-Auto


14.10.2026 – 12:17 UhrLesedauer: 2 Min.

E-Auto: Manche Autofahrer erwägen jetzt den Umstieg. (Symbolbild) (Quelle: Jan Woitas/dpa/dpa-bilder)

30 Prozent höhere Kosten an der Tankstelle: Was macht das mit den Unterhaltskosten? Der ADAC hat berechnet, ab wann sich ein E-Auto lohnt.

Die Spritpreise sind seit Anfang des Jahres kräftig gestiegen. Kostete der Liter Superbenzin im Januar noch 1,72 Euro, waren es im September bereits 2,24 Euro – ein Plus von mehr als 30 Prozent. Was bedeutet das für die Unterhaltskosten eines Autos? Der ADAC hat für die „Automobilwoche“ nachgerechnet und kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Trotz höherer Betriebskosten kann ein Verbrenner unter dem Strich günstiger sein als ein E-Auto. Doch die Bedingungen müssen stimmen.

Betriebskosten: Der Spritpreis schlägt durch

Die gestiegenen Kraftstoffpreise treiben die monatlichen Betriebskosten in die Höhe. Bei einer jährlichen Laufleistung von 20.000 Kilometern müssen Autofahrer für einige Modelle deutlich tiefer in die Tasche greifen:

  • Ein VW Golf 1.5 TSI kostete im Januar noch 179 Euro im Monat, im September waren es 225 Euro – ein Plus von 46 Euro.
  • Bei einem Audi A6 Avant 2.0 TFSI stiegen die Kosten von 236 Euro auf 300 Euro (+64 Euro).
  • Selbst ein kleiner Opel Corsa 1.2 wird teurer: von 170 Euro auf 214 Euro (+44 Euro).

Während die Betriebskosten bei Verbrennern um 25 bis 27 Prozent zulegten, bleiben sie bei E-Autos stabil. Ein VW ID.3 Neo verursacht bei einem Strompreis von 44 Cent pro Kilowattstunde nur rund zwei Drittel der Betriebskosten eines vergleichbaren Verbrenners (124 Euro).

Gesamtkosten: Warum der Wertverlust die Rechnung dominiert

Doch am Ende zählen nicht nur die Kosten für den laufenden Betrieb: Der Wertverlust ist bei Neuwagen der größte Kostenblock, sodass der Anstieg der Spritpreise die Gesamtkosten nur geringfügig beeinflusst. Und der Wertverlust fällt bei E-Autos oft höher aus als bei Verbrennern. Das zeigt ein Vergleich der Gesamtkosten (inkl. Wertverlust, Fixkosten und Werkstatt):

  • Ein Škoda Octavia 1.5 TSI kostete im Januar 893 Euro im Monat, im September waren es 934 Euro – ein Plus von 4,6 Prozent. Ein Tesla Model 3, das in der Anschaffung teurer ist, aber günstiger im Betrieb, liegt mit 934 Euro exakt gleichauf.
  • Beim Audi A6 Avant ist die E-Variante (1.423 Euro) allerdings sogar 67 Euro günstiger als der Verbrenner (1.490 Euro).

Wann lohnt sich der Umstieg auf ein E-Auto?

Nicht in jedem Fall ist ein E-Auto die günstigere Wahl. Entscheidend sind Fahrzeugklasse und Laufleistung: Premium-Modelle wie der Audi A6 oder Mercedes GLC rechnen sich als E-Auto bereits heute, weil die Betriebskostenersparnis die höheren Anschaffungskosten ausgleicht. Kleinwagen wie der Opel Corsa sind als Verbrenner noch günstiger: Die E-Variante kostet 50 Euro mehr im Monat. Und bei E-Autos zahlt sich eine hohe Laufleistung aus: Bei 20.000 Kilometern pro Jahr oder mehr lohnt sich ein E-Auto schneller, weil die Betriebskostenersparnis stärker ins Gewicht fällt.

Verbrenner weiterfahren: Wann es sich rechnet

Der ADAC rät, Verbrenner nicht pauschal auszumustern. Solange das Fahrzeug technisch zuverlässig ist und keine teuren Reparaturen anstehen, kann ein Weiterbetrieb wirtschaftlich sinnvoll sein. Der größte Wertverlust liegt bei Neuwagen ohnehin in den ersten Jahren – danach fallen die Kosten weniger stark ins Gewicht.

Viele Fuhrparks halten ihre Fahrzeuge deshalb länger, um die hohen Anschaffungskosten für Neuwagen zu vermeiden. Gleichzeitig steigt der Anteil von E-Autos bei Neuzugängen – allerdings nur, wenn ein Fahrzeugwechsel unvermeidbar ist.

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