„Unmengen an Lebensmitteln“ vernichtet
Erste deutsche Supermärkte melden Hitze-Attacken
02.11.2026 – 18:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Hacker greifen Supermärkte in mehreren Ländern an und heizen die Kühlsysteme hoch. Jetzt melden auch deutsche Märkte erhebliche Schäden.
Nach Cyberattacken auf zahlreiche europäische Supermärkte sind offenbar auch deutsche Märkte ins Visier der Angreifer geraten. In Reisbach im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau meldete ein Edeka-Markt am Montag, Hacker hätten die Kühlanlagen auf bis zu 50 Grad hochgeheizt. „Die traurige Folge: Unmengen an Lebensmitteln mussten in die Tonne“, heißt es in einem Facebook-Beitrag.
Im nordrhein-westfälischen Wuppertal traf es einen CAP-Markt. In den Filialen des Handelsunternehmens mit Hauptsitz in Stuttgart arbeiten Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen. Bei Facebook teilte die Geschäftsführung des Wuppertaler Marktes mit, ein „externer Eingriff“ habe dazu geführt, dass die Tiefkühl- und Kühlanlagen zu warm wurden: „Alle Artikel mussten und müssen nun entsorgt werden.“ Ein Sprecher der Polizei Wuppertal sagte t-online, dass am Montagnachmittag jemand auf die Wache gekommen sei, um in dem Fall Anzeige aufzugeben.
- Bis zu 50 Grad: Supermärkte in weiteren EU-Staaten gehackt
Hacker greifen Supermärkte über Abtausysteme an
Zuvor waren am Montag Cyberangriffe auf Supermärkte in Belgien, Schweden, Luxemburg und Estland bekannt geworden. Anfang Oktober hatte es in Frankreich bereits eine ähnliche Attacke gegeben. In hunderten Filialen der Supermarktketten Intermarché und Coopérative U waren die Kühlsysteme manipuliert worden – damals war von einem Schaden in Millionenhöhe die Rede.
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Die aktuellen Täter sollen nun eine ähnliche Lücke wie bei den Angriffen in Frankreich ausgenutzt haben: Berichten zufolge wird aus der Ferne das Abtausystem der Kühlanlagen gestartet – sie heizen sich so auf.
„Das macht uns einfach nur wütend“
Wie groß der Schaden in den deutschen Märkten ist, ist noch unklar. „Foodsharing hat kurzfristig alles abgeholt, was noch irgendwie zu retten war“, teilte Edeka Ernst in Niederbayern mit. „Doch ein Großteil der Ware musste leider entsorgt werden. Das macht uns einfach nur wütend.“ Man habe noch keinen Überblick über die Schadenshöhe, sagte eine Mitarbeiterin auf t-online-Anfrage.
Die EU-Kommission verfolgt die Hackerangriffe auf Kühlanlagen in Supermärkten unterdessen mit großer Sorge. EU-Agrarkommissar Christophe Hansen sprach am Montag von einem „bewussten Versuch, unsere Lebensmittelkette zu unterbrechen und das Vertrauen der Verbraucher in sie zu untergraben“. Das wiederholte Auftreten dieser Cyberangriffe sei „zutiefst besorgniserregend“. Die Angriffe würden „sehr ernst“ genommen.















