Mörsergeschosse und Tornado-Feuer
Radfahrer gerät unter Bundeswehr-Beschuss
02.11.2026 – 15:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Mörsergeschosse pfeifen durch die Luft, ein Kampfflieger feuert aus seinen Bordkanonen und lässt Bomben fallen. Mittendrin: ein Radfahrer, der Deckung sucht – und die Polizei ruft.
In Nordrhein-Westfalen ist ein Radfahrer in eine Gefechtsübung mehrerer Einheiten der Bundeswehr geraten. Wie zuerst die „Neue Westfälische“ berichtete, muss der Mann nach dem lebensgefährlichen Vorfall auf dem Truppenübungsplatz in der Senne am Rande des Teutoburger Waldes nun wohl ein Bußgeld zahlen. „Er hat mit einem Bußgeld in der Höhe von 70 bis 120 Euro zu rechnen“, sagte ein Bundeswehrsprecher der Zeitung.
Der Mann sei wegen des unbefugten Betretens militärischer Anlagen von den britischen Streitkräften angezeigt worden. Die Bundeswehr bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass wegen einer Ordnungswidrigkeit Anzeige erstattet wurde.
- Das „wäre widerwärtig“: Soldaten sollen Sex-Wettbewerb veranstaltet haben
Der Radtourist aus Nordeuropa hatte demnach im September wohl versehentlich Sperren rund um den Truppenübungsplatz umfahren und Warnschilder an den Eingängen übersehen. Vermutlich sei er von einer Navigationssoftware irrtümlicherweise durch das gesperrte Gelände geleitet worden, hieß es.
Radfahrer springt in Graben und ruft die Polizei
Bei der Bundeswehrübung wurden laut „Neuer Westfälischer“ Mörsergeschosse eingesetzt, ein Tornadoflieger feuerte seine Bordkanonen ab und ließ auch Übungsbomben fallen. Der Radfahrer rettete sich in einen Graben und wählte die 110. Bei der Paderborner Polizei meldete er, dass Kugeln über seinen Kopf flögen. Die Polizei informierte umgehend die für die Absperrung zuständige Stelle, die die Übung stoppte.
Mit dem zu erwartenden Bußgeld kommt der Radfahrer wohl noch glimpflich davon: Die Bundeswehr verzichte darauf, Schadensersatzansprüche zu stellen, berichtete die „Neue Westfälische“ weiter. Dabei habe der Zwischenfall eine rund zweistündige Unterbrechung des von der Bundeswehr gebuchten Übungsschießens zur Folge gehabt.
Der Truppenübungsplatz in der Senne
Zwischen Bielefeld und Paderborn nutzen das britische Militär und die Bundeswehr mehrere Geländeteile der Senne westlich des Teutoburger Waldes für ihre Übungen. Dabei werden Straßen und Geländeteile vorübergehend für die Öffentlichkeit gesperrt. Am nördlichen Rand der überwiegend sandigen Heidelandschaft hat die Bundeswehr mit der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf einen großen Standort.
Die Briten nutzen den Truppenübungsplatz gemäß Nato-Truppenstatut, haben bei Paderborn allerdings nur noch mehrere Hundert Soldaten stationiert. Für die Übungen kommen vorübergehend Soldaten aus Großbritannien oder anderen Nato-Staaten nach Ostwestfalen.














