Er spielte für Bayern und den HSV
Deutscher Ex-Nationalspieler ist jetzt Kunstmaler
24.10.2026 – 12:46 UhrLesedauer: 3 Min.
In seiner ersten Karriere galt Piotr Trochowski als Fußball-Künstler. Nach seiner Laufbahn lebt der Ex-HSV-Star seine Kreativität als Maler aus. Nun zeigt er erstmals seine Werke öffentlich.
Das neue Spielfeld von Piotr Trochowski ist eine Leinwand – und es bedeutet für den ehemaligen Fußball-Profi Freiheit. Anders als im Fußball ist er in der Malerei nicht irgendwelchen Zwängen, Regeln, Vorgaben, taktischen Anweisungen unterworfen. „Sie entfallen in der Kunst komplett, also für mich zumindest“, sagt der 42-Jährige. „Ich bin frei – und diese Freiheit genieße ich.“
Trochowski steht dabei in der Galerie MUMA in seiner Heimatstadt Hamburg im Stadtteil Eppendorf, ganz in der Nähe seines Zuhauses. Seit dreieinhalb Jahren malt der einstige Mittelfeldspieler auf Leinwänden. 40 Gemälde entstanden bislang. 23 von ihnen hängen an den Wänden der Galerie.
- „Ernstes Gespräch führen“: Hoeneß kritisiert Bayern-Jungstar Karl
Unter dem Titel „A New Playground“ stellt der frühere HSV-Star und Ex-Nationalspieler erstmals Bilder aus. Sie tragen Titel wie „Endless Vision“, „Der Kronprinz“, „Eisprinzessin“, „Extase“ oder „Der Triumph“. Wer sich einen Trochowski an die Wand hängen möchte, muss 800 bis 6.400 Euro investieren.
„Dann male ich manchmal auch bis 3 Uhr nachts“
Möglich gemacht hat die Ausstellung sein Lehrmeister, Galerie-Mitbesitzer und Künstler Konstantin Bax. Von Samstag an bis zum 8. November präsentiert er Ausschnitte von Trochowskis bisherigem Schaffen. „Ich stelle ihn zwar auch aus, weil er mein Freund ist, aber ich stelle ihn auch aus, weil ich seine Sachen wirklich toll finde“, sagt Bax. „Und die Entwicklung in den letzten Jahren ist beeindruckend.“
Trochowski ist nicht der erste Ex-HSV-Profi, der das Malen für sich entdeckte. Torwart Rudi Kargus, Held der 70er Jahre, ist längst etabliert in der Kunstszene. Seit mehr als 30 Jahren malt er. „Ich empfinde die Malerei als Geschenk“, sagte der heute 74-Jährige kürzlich im NDR.

Das könnte auch Trochowski sagen. Die Malerei ist Lebensinhalt geworden. Als kraftvoll, intuitiv, frei, impulsiv beschreibt er seine abstrakten Werke. Sie entstehen spontan. „Ich habe auch Phasen, in denen ich zwei Stunden vor einer leeren Leinwand stehe oder sitze.“ Er habe keinen Plan, keine Skizze. „Alles entsteht einfach in der Aktion. Irgendwann passiert etwas, und dann entwickelt sich etwas, und dann male ich manchmal auch bis 3 Uhr nachts.“ Wenn er in diesem Flow sei, „dann bin ich abgekapselt von allem.“
Trochowski malte auch bei EM und WM
Seine Leidenschaft teilt er mit seiner Lebenspartnerin Alexandra Wiechmann. Das Wohnzimmer hat das Paar zum Atelier umgebaut. Gemalt oder gezeichnet hat Trochowski schon seit seiner Kindheit. Kunst und Sport seien seine Lieblingsfächer in der Schule gewesen.














