„Wenn uns das rettet, machen wir das“
Neue Hoffnung für gestrichene Olympia-Disziplin
Aktualisiert am 22.10.2026 – 15:33 UhrLesedauer: 3 Min.
Das Internationale Olympische Komitee strich die Nordische Kombination im Juli aus dem Olympia-Programm – doch der Gastgeber der Winterspiele 2030 könnte das ändern. Eine prominente Initiative plant dafür ein Treffen im Élysée-Palast.
Frankreich könnte der Nordischen Kombination (NoKo) eine zweite Chance auf Olympia 2030 verschaffen. Eine Initiative rund um Olympiasieger Jason Lamy Chappuis und Ex-Biathlet Martin Fourcade hat im November einen Termin bei Präsident Emmanuel Macron – und damit eine konkrete Möglichkeit, den Gastgeberbonus zu nutzen.
Als Ausrichter der Winterspiele 2030 darf Frankreich noch einen freien Programmplatz vergeben. Der Sportdirektor des Deutschen Skiverbands (DSV), Horst Hüttel, äußerte sich am Dienstag in Herzogenaurach bei der Nachrichtenagentur SID. Zunächst zur Initiative: „In Frankreich formiert sich gerade eine Initiative um Olympiasieger Jason Lamy Chappuis und den ehemaligen Biathleten Martin Fourcade. Sie haben im November einen Termin bei Präsident Emmanuel Macron. Das wäre eine Chance.“ Zum Gastgeberbonus ergänzte er: „Der Gastgeber kann drei Disziplinen wählen, eine wäre noch frei. Aber da ist viel Prinzip Hoffnung dabei.“
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Frankreich hat eine besondere Geschichte mit der Sportart: 1992 gewann Fabrice Guy Olympia-Gold, 2010 war es Lamy Chappuis. Die frühere Gesamtweltcup-Siegerin Nathalie Armbruster glaubt an die Chance: „Die französische Seite will nichts unversucht lassen. Ich finde das megacool.“
Parallel arbeitet die Kombination an einer zweiten Option: der Rückkehr ins Programm für 2034. Hüttel sagte: „Im Moment ist die Timeline, dass im vierten Quartal 2027 die Entscheidung für 2034 fällt.“ Der Internationale Skiverband (Fis) habe deshalb unter seinem neuen Präsidenten Alexander Ospelt eingewilligt, bereits im kommenden Weltcup-Winter neue Wettkampfformate ohne vorherige Tests einzuführen.
„Das ist der einzige Weg, den wir noch gehen können“
Geplant ist ein TV-freundliches Format, das Männer- und Frauenwettkampf in 90 Minuten unterbringt. Hüttel erläuterte: „Eine Viertelstunde nach Beendigung des letzten Sprunges der Langlauf-Start – das kriegen wir hin. Dann ist es wie ein Triathlon. Wenn uns das rettet, machen wir das.“

Bundestrainer Eric Frenzel setzt ebenfalls auf diesen Weg. Der dreimalige Olympiasieger sagte: „Ich glaube, dass das der einzig mögliche Weg ist, den wir noch gehen können – ein Format kreieren, das eventbasierter ist. Ich glaube, dass dieses Format wirklich das Potenzial hat, der Gamechanger zu sein.“
Die Situation bedrückt auch die deutschen Asse. Olympiasieger Vinzenz Geiger muss sich weniger um seine persönliche Zukunft scheren. „Bis 2030 hätte ich eh nicht weitergemacht“, sagte der 29-Jährige, leidet aber mit: „Ich mache mir große Sorgen.“ Die frühere Gesamtweltcup-Siegerin Armbruster sagt: „Irgendwann möchte man nur noch weinen.“













