Tech-Boss Alex Karp
Umstrittener Milliardär kauft Wald in Schweden – Anwohner in Sorge
04.10.2026 – 09:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Alex Karp, Chef des US-Konzerns Palantir, hat im schwedischen Bergland ein riesiges Waldgebiet erworben. Jäger verloren ihre Reviere, Anwohner misstrauen dem Geschäft.
Der Chef des US-Softwarekonzerns Palantir, Alex Karp, hat im schwedischen Bergland rund 15.000 Hektar Wald- und Fjällgebiet gekauft. Verkäufer war der Forstkonzern SCA, der Kaufpreis lag bei 240 Millionen schwedischen Kronen, umgerechnet mehr als 32 Millionen Euro. Zuerst berichtete der schwedische Fernsehsender SVT über den Fall. Völlig unklar ist bislang, was Karp mit dem Waldstück vorhat.
Das Gebiet liegt rund um das Dorf Storsjö Kapell in der Gemeinde Berg in der Region Jämtland/Härjedalen und ist nach Angaben von SVT etwa so groß wie die Gemeinde Malmö.
Jäger verlieren Reviere
Erfahren haben die Menschen vor Ort davon erst im Juli – auf dem Umweg über ihre Jagdrechte. Die Jagdgesellschaften der Region erhielten laut SVT die Nachricht, dass sie ihre Reviere verlieren. In Schweden vergibt stets der Grundeigentümer die Jagdrechte, bislang war das SCA. Für viele Bewohner von Storsjö war dieses Schreiben der erste Hinweis darauf, dass das Land einen neuen Besitzer hat.
Seither herrscht Unruhe im Dorf. Als der Radiosender P4 in Storsjö Kapell nachfragte, fand sich kaum jemand, der dem Geschäft positiv gegenüberstand. Der Vorsitzende des Dorfvereins, Bo-Göran Lund, sagte dem Sender: „Wenn jemand so viel Geld und Macht hat und all dieses Land erhält, dann gewinnt er natürlich auf irgendeine Weise Einfluss. Dann ist es nur noch die Frage, wofür er ihn nutzen will.“
Palantir entwickelt Software für Militär und Polizei
Karps Unternehmen ist dafür bekannt, Software an das US-Militär sowie an Sicherheits- und Polizeibehörden in den USA und Europa zu liefern. Die Systeme werten große Datenmengen aus, häufig mithilfe künstlicher Intelligenz. Kritiker warnen, dass dabei die Privatsphäre verletzt werden kann, der Sender P4 bezeichnet Palantir als „Überwachungsunternehmen“.

An der Börse ist Palantir mit rund 450 Milliarden Dollar bewertet, Karp führt den 2003 gegründeten Konzern seit dem Start. Forbes schätzt sein Vermögen auf 20 Milliarden Dollar. Er soll weltweit etwa zwanzig Immobilien besitzen, bevorzugt an Orten mit guten Bedingungen zum Skifahren, darunter mehrere in Norwegen. Eine Person aus seinem Umfeld sagte SVT, hinter dem Kauf stehe „seine Liebe zum Skifahren und zu abgelegenen Orten“.
Käufer verspricht gute Nachbarschaft
Abgewickelt wurde das Geschäft über die extra dafür gegründete Gesellschaft Cladonia Skog. Die versprach den Anwohnern eine gute Nachbarschaft. Man wolle die Fläche „langfristig und in guter Zusammenarbeit mit denen, die in der Gegend leben und arbeiten“ bewirtschaften. Das Jedermannsrecht gelte weiter, ebenso die Rentierweiderechte der Samebyar und bestehende Verträge mit örtlichen Schneemobilclubs und dem Fischereipflegeverein. In diesem Winter sei kein Holzeinschlag geplant, Spekulationen über ein Rechenzentrum seien „grundlos“.
Auch bei der Jagd stellt der Käufer eine Lösung in Aussicht: Wie zuvor unter SCA wolle der Eigentümer einen Teil der Rechte behalten und lokalen Jägern Jagdrechte verschaffen. Die genauen Formen stehen jedoch noch nicht fest, sie sollen erst nach einer Prüfung und Gesprächen festgelegt werden. Im Dorf ist das Misstrauen damit bislang nicht ausgeräumt.














