Aggressionen, Apathie, Krankheiten
Bissinger kritisiert nicht nur die Dressur der Tiere: „Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zusätzlich, dass die häufigen Transporte, eine beengte und nicht artgemäße Unterbringung zu großem Leid bei Tieren, insbesondere bei Wildtieren, führen können.“ Die beengten Platzverhältnisse, Isolation und ständige Standortwechsel können zu Verhaltensstörungen, Aggressionen, Apathie und Krankheiten führen, erklärt sie.
Keller hingegen gibt zu bedenken, dass die Haltung von Tieren im Zoo und im Zirkus durch das Tierschutzgesetz ganz genau geregelt sei. „Diese Auflagen werden fast wöchentlich vom örtlichen Veterinäramt kontrolliert“, so der Tierschutzbeauftragte. Ob die Kontrollen tatsächlich fast wöchentlich stattfinden, ließ sich unabhängig nicht bestätigen.
Das fordert Vier Pfoten
Die Forderungen von Vier Pfoten an den Circus Krone formuliert Bissinger deutlich: „Wir appellieren an Circus Krone, die Haltung und Vorführung von Löwen, Tigern und anderen Tieren zu beenden und keine Wildtiere mehr zu züchten oder neu anzuschaffen.“ Bereits gehaltene Großkatzen sollen in geeignete Schutzeinrichtungen übergeben werden. Dabei biete die Tierschutzorganisation ihre Hilfe an.
Wer Tiere liebt, sollte keine Zirkusse mit Tieren unterstützen.
Ladina Bissinger
Um ihre Forderungen durchzusetzen, führte Vier Pfoten bereits mehrere Protestaktionen durch. Zuletzt projizierte die Organisation bei Nacht eine Botschaft an die Fassade der Elbphilharmonie: „Circus Krone: Tiere raus aus der Manege“.
Auf die Frage, wie der Zirkus mit den Demonstranten umgehe und ob man die Kritik teilweise verstehen könne, reagierte Keller mit einer Gegenfrage: „Welchen wissenschaftlichen Hintergrund haben die Demonstranten? Sind es Tierärzte oder Verhaltensforscher?“ Einige von ihnen würden zudem beispielsweise gegen Elefanten demonstrieren, obwohl der Zirkus seit Jahren keine Elefanten mehr im Programm habe.
Circus Krone sagt Gespräch mit Tierschützern ab
Eigentlich war geplant, dass der Zirkus mit Vier Pfoten in einen Dialog tritt. Doch diesen hatte der Zirkus am gestrigen Dienstag abgesagt. Gründe dafür sind laut Zirkus die weiterhin laufenden Ermittlungen und die noch nicht abgeschlossene Aufarbeitung der Ereignisse vom 17. September auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg. An jenem Tag waren drei Aktivisten auf das Zirkuszelt geklettert, woraufhin es zu körperlichen Auseinandersetzungen kam.














