Studie überrascht
Warum sich ein Kaffee lohnt – auch wenn man ihn gar nicht trinkt
15.09.2026 – 06:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Kaffee muss man nicht trinken, um davon zu profitieren. Allein der Geruch kann bereits nach fünf Minuten Stimmung und Hirnaktivität verändern.
Kaffee gilt als Wachmacher, entsprechend gehört der Duft von frisch gebrühtem Kaffee für viele Menschen zum Start in den Tag. Doch möglicherweise löst bereits das Aroma Reaktionen im Körper aus und beeinflusst kurzfristig, wie wir uns fühlen. Darauf deutet eine kleine Studie aus Japan hin. Nachzulesen sind die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Nutrients“.
Kaffeeduft senkte negative Gefühle nach wenigen Minuten
Für die Untersuchung setzten die Forscher 20 gesunde Erwachsene zwischen 20 und 29 Jahren in einem Labor fünf Minuten lang dem Duft von frisch gebrühtem Kaffee aus. Anschließend verglichen sie verschiedene Messwerte mit denen vor der Duftexposition.
Die Teilnehmer sollten unter anderem ihre Stimmung anhand eines standardisierten Fragebogens einschätzen. Dabei zeigte sich eine deutliche Veränderung: Die sogenannte Gesamtstimmungsbeeinträchtigung nahm ab. Auch mehrere negative Stimmungskomponenten wie Müdigkeit, Anspannung und Angst, Verwirrtheit sowie Niedergeschlagenheit gingen zurück.
Allerdings waren nicht alle Veränderungen statistisch eindeutig. So verschwand etwa der zunächst beobachtete Effekt auf Ärger und Feindseligkeit nach einer statistischen Korrektur. Auch das Gefühl von Tatkraft und Energie veränderte sich nicht wesentlich.
Auch die Gehirnaktivität veränderte sich
Zusätzlich zeichneten die Forscher die elektrische Aktivität des Gehirns per Elektroenzephalografie (EEG) auf. Dabei stieg ein sogenannter Entspannungsindex nach fünf Minuten der Exposition mit Kaffeearoma an. Dieser indirekte Messwert beschreibt bestimmte Muster der Hirnaktivität, die mit Entspannung in Verbindung gebracht werden. Ob der beobachtete Anstieg tatsächlich eine körperlich oder psychisch relevante Entspannung widerspiegelt, lässt sich damit jedoch nicht sagen.
Keine Wirkung auf Herzfrequenz
Beim Herz-Kreislauf-System zeigte sich dagegen keine Veränderung: Weder auf den Herzschlag noch auf die Herzratenvariabilität, also die natürlichen Schwankungen zwischen den einzelnen Herzschlägen, wirkte sich der Kaffeegeruch messbar aus. Auch die Veränderungen der Stimmung und der Hirnaktivität hingen nicht erkennbar zusammen.
Die Ergebnisse deuten damit darauf hin, dass der Kaffeegeruch zwar die Stimmung und bestimmte Muster der Hirnaktivität beeinflusste, diese Veränderungen aber nicht unbedingt miteinander zusammenhängen und möglicherweise voneinander unabhängige Reaktionen auf den Kaffeeduft sind.
Kleine Studie mit Einschränkungen
Auch wenn die Ergebnisse interessant sind, erlauben sie noch keine Aussage darüber, ob tatsächlich der Kaffeegeruch für die Veränderungen verantwortlich war. Die Forscher selbst ordnen ihre Ergebnisse ebenfalls vorsichtig ein.
Denn es fehlte eine Kontrollgruppe. Somit könnten auch andere Faktoren eine Rolle gespielt haben, etwa dass die Teilnehmer während der fünf Minuten ruhig saßen oder bereits eine bestimmte Erwartung an den Kaffeegeruch hatten. Hinzu kommt, dass nur eine kleine Zahl junger, gesunder Menschen untersucht wurde. Ob sich die Ergebnisse auf andere Altersgruppen übertragen lassen, ist daher unklar.
Trotz der Einschränkungen deutet die Studie jedoch darauf hin, dass Kaffeeduft offenbar mehrere psychologische und physiologische Ebenen gleichzeitig anspricht. Wer morgens also schon beim Aufbrühen ein kleines Wohlgefühl verspürt, bildet sich das womöglich nicht nur ein.















