Vorsicht mit Ballaststoffen
Kein Stuhlgang, aber Blähungen: Das kann dahinterstecken
Aktualisiert am 06.09.2026 – 08:11 UhrLesedauer: 4 Min.

Eine Verstopfung ist an sich schon belastend. Kommen Blähungen hinzu, sind viele Menschen besorgt. In vielen Fällen können Sie selbst etwas gegen die Beschwerden tun.
Kein Stuhlgang, dafür aber lästige Blähungen? An diesen Beschwerden ist oft eine ungünstige Ernährung schuld. Besonders Ballaststoffe können dabei eine entscheidende Rolle spielen: Wer zu wenig dieser unverdaulichen Nahrungsbestandteile isst, riskiert, dass der Nahrungsbrei zu lange im Darm bleibt. Eine mögliche Folge ist eine Verstopfung, auch Obstipation genannt. Doch nicht immer hilft es, einfach mehr Ballaststoffe zu essen. Denn die falschen Ballaststoffe sind nicht nur unwirksam gegen eine Verstopfung, sie können auch zusätzliche Beschwerden wie Blähungen oder Bauchschmerzen auslösen.
Was Sie bei Ballaststoffen zur Behandlung von Verstopfung beachten sollten und welche Gründe es noch für ausbleibenden Stuhlgang und Blähungen gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.
Zu wenig Ballaststoffe führen zu Verstopfung
Essen Sie sehr wenig Vollkorngetreide, Saaten und Bohnen, kann das die Ursache für eine Verstopfung sein. Denn die Ballaststoffe in diesen Lebensmitteln binden im Darm Flüssigkeit und machen den Nahrungsbrei damit voluminöser und geschmeidiger. Das erleichtert die Ausscheidung.
Leiden Sie gleichzeitig an Blähungen, kann das viele Auslöser haben. Möglicherweise haben Sie besonders viel blähendes Gemüse gegessen, etwa Zwiebeln, Kohl oder Knoblauch. Und auch Unverträglichkeiten gegen verschiedene Lebensmittel kommen infrage. So vertragen einige Menschen Fruchtzucker (Fruktose), Milchzucker (Laktose) oder das Weizeneiweiß Gluten nicht so gut. Wie diese Unverträglichkeiten zu Blähungen führen, erfahren Sie hier.
Eine Verstopfung hat verschiedene Symptome
Bei einer Verstopfung ist die Darmentleerung erschwert. Experten sprechen von einer Verstopfung, wenn Betroffene weniger als zweimal pro Woche Stuhlgang haben. Typische Merkmale einer Verstopfung sind neben der seltenen Entleerung eine geringere Stuhlmenge, große Anstrengung bei der Entleerung, härterer Stuhl und das Gefühl der unvollständigen Entleerung.
Die falschen Ballaststoffe können den Darm belasten
Aber: Zu viele Ballaststoffe können auch zu Verdauungsproblemen und Blähungen führen – vor allem bei Menschen, die eine hohe Ballaststoffzufuhr bisher nicht gewohnt sind. Ob Ballaststoffe bei einer Verstopfung helfen oder diese verschlimmern, hängt zudem von der Art der Ballaststoffe und der Zubereitung ab. Und auch das Ausmaß der Blähungen ist von der Wahl der Ballaststoffart abhängig. Hier ist der Unterschied zwischen löslichen und unlöslichen Ballaststoffen entscheidend.
- Lösliche und nicht quellende Ballaststoffe werden im Darm vollständig fermentiert. Das heißt, sie dienen den Darmbakterien als Nahrung und werden vollständig abgebaut. Dabei entstehen neben wertvollen Fettsäuren und Vitaminen aber auch Gase. Lösliche, fermentierbare Ballaststoffe können Blähungen daher verstärken, ohne dass sie eine Verstopfung lindern. Zu dieser Kategorie gehören etwa fein gemahlene Weizenkleie, Weizendextrin und Ballaststoffe aus Obst und Gemüse (etwa Oligofructose, Inulin, Pektin und Guar).
- Lösliche, aber aufquellende Ballaststoffe sowie gänzlich unlösliche Ballaststoffe werden hingegen nicht oder nur unvollständig fermentiert. Dafür binden sie im Darm Flüssigkeit und machen den Nahrungsbrei damit voluminöser und geschmeidiger. Das hilft demnach bei Verstopfung, ohne dass eine große Menge Gase entstehen. Zu dieser Kategorie gehören etwa Zellulose, Lignin und Psyllium in grober Weizenkleie, Flohsamenschalen oder ganzen Leinsamen.
Viele Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide und geschrotete Leinsamen enthalten beide Arten von Ballaststoffen. Sie können daher möglicherweise ebenfalls die Blähungen eher verschlimmern. Allerdings reagiert jeder Mensch individuell unterschiedlich auf Ballaststoffe, sodass Sie bei diesen Lebensmitteln im wahrsten Sinne des Wortes auf Ihr Bauchgefühl hören müssen.
- Lesen Sie auch: Hausmittel –Tipps gegen lästige Blähungen













