Kein Álvarez, kein Skhiri: Der fehlende Leader im Zentrum
Auf der Doppelsechs ist Tom Krauß aktuell gesetzt, weil der neue Leader, das Herzstück der neuen Mannschaft, noch immer nicht verpflichtet werden konnte. Neben ihm hat Isak Johannesson zwar keine blendende Vorbereitung gespielt, dürfte aber knapp vor Neuzugang Paul Okon-Engstler liegen. Die Youngster Gil Neves und Patrik Kristal brauchen Zeit und sollen behutsam herangeführt werden.
El Mala, Heskey – und bald Moore? Schnelle Dreierreihe spielt vorne
In der Offensive setzt Wagner auf eine Dreierreihe im 4-2-3-1 hinter einem Stoßstürmer. Links ist Said El Mala solange gesetzt und konkurrenzlos, bis er doch noch wechselt (was aber nicht mehr passieren soll). Reigan Heskey ist sein Backup, wirkt aber noch zu jugendlich für die Bundesliga und braucht Zeit. Rechts hat Linton Maina eine überraschend starke Vorbereitung gespielt, nachdem er eigentlich als Wechselkandidat galt. Er wirkt wie ausgewechselt und soll mit Tempo und Dribblings sowie guten Pässen Gefahr bringen.
Eigentlich war Jan Thielmann als sein Konkurrent eingeplant, spielte in Paderborn aber als Zehner respektive hängende Spitze auffällig. Mit El Mala und Maina wäre das eine sprintstarke, schnelle Offensivreihe. Die Alternativen wären Marius Bülter und Luca Waldschmidt – die beiden besten Torschützen der Vorbereitung mit je fünf Treffern in den Testspielen. Das Problem: Weder Maina noch Thielmann, weder Bülter noch Waldschmidt waren eigentlich als Stammspieler eingeplant.
Nicht nur Ragnar Ache: Verstärkung für das Sturmzentrum
Gesetzt ist derweil auf der Neun Ragnar Ache. Der Sieben-Tore-Stürmer der letzten Saison hat sich deutlich mehr vorgenommen und wirkt deutlich fitter und stabiler als vergangenes Jahr. Das unterstrich er bislang mit guten Leistungen in der Vorbereitung.
Wichtig war dennoch, dass der FC am Montag mit Thijs Dallinga einen weiteren Stoßstürmer verpflichtete. Der 1,90 Meter große Angreifer vom FC Bologna soll den FC unabhängiger von Ache machen, weil Youssoupha Niang zwar eine starke Vorbereitung spielte. Das Eigengewächs darf aber noch keine Verantwortung in der Bundesliga aufgeladen bekommen.
Bundesliga-Saisonstart: Wo der 1. FC Köln noch nachlegen muss
Unter dem Strich klaffen im Kader vor allem auf drei Positionen noch große Löcher. Die Geißböcke brauchen dringend einen zweiten Linksverteidiger. Zudem ist im zentral-defensiven Mittelfeld ein neuer Führungsspieler unerlässlich, an dem sich die gesamte Mannschaft orientieren kann. In der Offensive merkte man in den vergangenen Wochen, dass Jakub Kaminski an allen Ecken und Enden fehlt. Der Pole war der Fixpunkt der letzten Saison und wurde bislang nicht adäquat ersetzt.
Will der FC eine halbwegs sorgenfreie Bundesliga-Saison spielen, muss Kessler offensiv aber nicht nur Kaminski auf der Zehn ersetzen, sondern im Bestfall noch einen Rechtsaußen verpflichten. Denn Maina und Thielmann sowie Waldschmidt haben allesamt in den vergangenen Jahren keine einzige konstant-starke Saison gespielt. Jetzt darauf zu vertrauen, dass sie es endlich schaffen, ohne eine Alternative im Kader zu haben, wäre fahrlässig.














