Kretschmer hatte hingegen dem „Handelsblatt“ gesagt: „Wer noch über Brandmauern redet, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.“ Söder sagte auf Nachfrage, er vermute, dass Aussagen wie die von Kretschmer viele Menschen verunsichern würden. Mit Blick auf die Mehrheitsverhältnisse im Osten Deutschlands warb Söder dafür, dass die CDU dort weiter ohne die AfD regiere.
Söder: Aigner „sehr gute“Bundespräsidentin
Söder bezeichnete im Sommerinterview die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner als „sehr gute Kandidatin“ für das Amt der Bundespräsidentin. „Sie würde auch für Deutschland was bringen.“ Söder betonte, dass er weiter davon ausgehe, dass das Amt künftig erstmals von einer Frau besetzt werde. Daran ändere auch die Ernennung von Nina Warken zur Kanzleramtschefin nichts. Warken übernehme eine zwar wichtige, aber nicht sehr sichtbare Aufgabe.
Auch in der CDU gebe es mögliche Bewerberinnen, räumte Söder ein. „Wir werden einen Vorschlag machen, der muss dann aber auch mit der SPD besprochen werden.“ Es habe ihn gefreut, dass die SPD schon positiv auf den Namen Aigner reagiert habe.
Söder will 2028 erneut antreten
Bayerns Ministerpräsident äußerte sich im Sommerinterview auch zu seiner eigenen politischen Zukunft und wies Kritik an seiner Person zurück. Auf die Frage, ob er 2028 erneut als Spitzenkandidat der CSU bei der Landtagswahl antrete, sagte Söder: „Wenn die Partei und die Wähler das wollen, ja gerne.“
Söder bestritt den Eindruck, dass die CSU eine herbe Schlappe bei den Kommunalwahlen habe einstecken müssen. Es stimme, dass man in einigen Landkreisen verloren habe. Aber die CSU habe insgesamt das gleiche Ergebnis wie bei den letzten Wahlen erzielt und einige Städte überraschend dazugewonnen, sagte Söder. Die CSU sei wahrscheinlich derzeit die stärkste politische Kraft im demokratischen Spektrum überhaupt.
Söder räumte zwar Verunsicherung ein, sagte aber auch, er selbst werde als der Einzige gesehen, „der auch in Bayern das Ganze wirklich so stark zusammenhalten kann“. Das tue er „mit einem klaren Rückgrat und einer klaren Kontur“.
Nach den Kommunalwahlen hatte es deutliche Kritik an Söder auch aus den eigenen Reihen gegeben. Es gibt zudem ein von der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) angestoßenes Volksbegehren in Bayern, um die Amtszeit von Ministerpräsidenten auf zwei Amtszeiten zu begrenzen. Söder ist schon seit 2018 im Amt. Sollte das Volksbegehren erfolgreich sein, käme es nach der bayerischen Landesverfassung zu einem verbindlichen Volksentscheid. Söder hatte sich früher selbst für eine Amtszeitbegrenzung ausgesprochen – tut das jetzt allerdings nicht mehr.













