Noch Ende 2020 spuckte das Kohlekraftwerk Moorburg schwarzen Rauch in den Himmel über Hamburg. Heute entsteht am Standort eines der größten Wasserstoffprojekte Europas: der Hamburg Green Hydrogen Hub (HGHH). Baubeginn war im Dezember 2025. Im Herzen des Hamburger Hafens – dem größten zusammenhängenden Industriegebiet Nordeuropas – haben die Hamburger Energiewerke gemeinsam mit Luxcara eine 100-Megawatt-Elektrolyseanlage errichtet. Ziel ist es, nicht nur Pilotprojekte zu verfolgen, sondern Wasserstoff in dem für Häfen und Industrie erforderlichen Maßstab zu produzieren.
Siemens Energy liefert die nötige Technologie.
Wie Wasserstoff entsteht
Elektrolyseure spalten Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff. Dafür nutzt die HGHH Strom aus Wind- und Solarenergie. Auf diese Weise hergestellter Wasserstoff gilt als „grün“, da bei seiner Herstellung kein Kohlenstoff entsteht. Die Anlage wird auf der sogenannten Proton-Exchange-Membran-Technologie (PEM) basieren, die besonders gut mit schwankenden Anteilen erneuerbarer Energien zurechtkommt.
Wie viel Wasserstoff wird die Anlage produzieren?
Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 soll die Anlage jährlich rund 10.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Durch den Ersatz fossiler Brennstoffe kommt es der Industrie, der Mobilität und der Wärmeversorgung in der gesamten Metropolregion zugute. Eine Anhängerladestation wird den Wasserstoff über ein Rohrleitungsnetz an die Verbraucher liefern.
Warum der Hamburg Green Hydrogen Hub so wichtig ist
Das HGHH ist eines der weltweit ersten Projekte, das die Dekarbonisierung eines gesamten Hafens zum Ziel hat. Längerfristig ist ein Ausbau der Anlage auf eine Leistung von 800 Megawatt geplant. Da es sich um ein wichtiges Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI) handelt, fördern der Bund und das Land Hamburg das Projekt mit insgesamt 154,1 Millionen Euro – 70 Prozent vom Bund und 30 Prozent vom Land. Die Europäische Kommission hat der Förderung Mitte Februar 2024 grünes Licht gegeben.
Wie Hamburg bis 2040 Klimaneutralität erreichen will
Die HGHH ist das Kernelement eines wachsenden Infrastrukturnetzwerks. Der Hamburger Wasserstoff-Industrieverbund (HH-WIN) pumpt den Wasserstoff künftig über Pipelines direkt zu den verschiedenen am Hafen ansässigen Unternehmen. Das Netz wird zunächst 40 Kilometer umfassen und später auf 60 Kilometer erweitert. Hamburg will bis 2040 klimaneutral sein. Der Green Hydrogen Hub ist ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg.















