Bombenentschärfungen in Berlin
22.400 Menschen müssen raus – U-Bahn steht still
19.09.2025 – 06:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Großeinsatz in Berlin: 22.400 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen. Der Grund sind zwei Weltkriegsbomben. Eine liegt sogar in der Spree.
Großeinsatz in Berlin: Heute sollen gleich zwei Weltkriegsbomben entschärft werden. Insgesamt 22.400 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen – eine der größten Evakuierungsaktionen in der Hauptstadt.
Den Auftakt macht am Morgen die Entschärfung eines Blindgängers im Bezirk Mitte. Die Bombe war in der Spree nahe der touristisch beliebten Fischerinsel entdeckt worden. Rund 10.000 Menschen mussten nach Angaben der Polizei ihre Wohnungen verlassen.
„Die Evakuierung ist seit 5 Uhr abgeschlossen“, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Die Polizei richtete einen Sperrkreis von rund 500 Metern um den Fundort ein. Experten-Taucher sollen zunächst die Bombe unter Wasser begutachten und dann entscheiden, ob der Blindgänger hochgeholt und anschließend entschärft wird.
Der Schiffsverkauf auf der Spree wurde unterbrochen, ebenso die U-Bahnlinie 2 zwischen Pankow und Ruhleben. Auch mehrere Straßen sind gesperrt. Im Sperrkreis befinden sich Botschaften sowie Gebäude der Senatsverwaltung. Gegen Mitternacht hatte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe eine öffentliche Warnmeldung herausgegeben.
Der Blindgänger war bei Bauarbeiten an der Mühlendammschleuse entdeckt worden. Schlick im Wasser dürfte die Bergungsarbeiten erschweren. Die Fischerinsel gehörte einst zum ältesten Teil der mittelalterlichen Stadt Cölln und wird heute von vielen Touristen besucht.
Im Sperrkreis befinden sich ein Krankenhaus, eine Pflegeeinrichtung, eine Grundschule und zwei Kitas. Das Vivantes-Klinikum wird jedoch nicht evakuiert. Die Patientenversorgung gehe uneingeschränkt weiter, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Allerdings könne die Rettungsstelle nicht angefahren werden, und Patienten könnten keine Besucher empfangen.
Der russische Blindgänger in Spandau war bereits am Mittwochmorgen bei Bauarbeiten gefunden worden. Da von der Bombe keine unmittelbare Gefahr ausging, entschied die Polizei, die Entschärfung erst heute durchzuführen. Der Fundort wurde abgesperrt und rund um die Uhr bewacht.
Die heutige Evakuierung gehört zu den größten in Berlin wegen einer Bombenentschärfung. Zuletzt mussten im Juli 2023 in Marzahn etwa 15.000 Menschen wegen einer 500 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe ihre Wohnungen verlassen.














