Neue Studie zu Magenkrebs
Ein Getränk am Tag – Risiko mehr als verdoppelt
03.09.2026 – 15:06 UhrLesedauer: 3 Min.

Eine neue Studie zeigt, dass der tägliche Konsum von zuckerhaltigen Getränken das Risiko für Magenkrebs deutlich erhöhen könnte. Doch wie groß ist die Gefahr wirklich?
Zuckerhaltige Getränke wie Limonaden, Cola oder Fruchtsäfte mit Zuckerzusatz stehen schon länger im Verdacht, die Gesundheit zu belasten. Eine aktuelle Studie des Massachusetts General Brigham Cancer Institute liefert nun Hinweise darauf, dass diese Getränke auch das Risiko für Magenkrebs erhöhen könnten. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Gastro Hep Advances“ veröffentlicht.
Verdopplung des Risikos bei täglichem Konsum
Die Studie untersuchte Daten von über 100.000 Teilnehmern aus zwei großen US-amerikanischen Langzeitstudien, der Nurses‘ Health Study und der Health Professionals Follow-up Study. Über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten entwickelten 278 der Teilnehmer Magenkrebs. Die Analyse zeigte: Wer täglich mindestens ein zuckerhaltiges Getränk konsumierte, hatte ein 2,45-fach höheres Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, verglichen mit Menschen, die seltener als eine Portion pro Monat tranken.
Besonders auffällig war der Zusammenhang bei Frauen: In der Nurses‘ Health Study war das Risiko für Frauen, die täglich solche Getränke konsumierten, sogar um das Dreifache erhöht. Künstlich gesüßte Getränke wie Diätlimonaden zeigten hingegen keinen Zusammenhang mit einem erhöhten Magenkrebsrisiko.
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Andrew T. Chan, Studienautor und Gastroenterologe am Mass General Brigham Cancer Institute, erklärt in einer Pressemeldung: „Magenkrebs ist weltweit die fünfthäufigste krebsbedingte Todesursache, doch wir wissen bisher nur sehr wenig darüber, welche Rolle die Ernährung bei der Entstehung dieser Krebsart spielen könnte. Dies ist die erste Studie, die einen Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Getränke und Magenkrebs in der US-Bevölkerung nachweist.“
Warum Zucker schaden könnte
Die genauen biologischen Mechanismen hinter diesem Zusammenhang sind noch nicht vollständig geklärt. Der Präventionsmediziner Hadi Saleh vermutet jedoch, dass Insulin wie ein Wachstumssignal auf die Zellen wirken könnte. Wer viel Zucker konsumiere, habe öfter einen hohen Insulinspiegel. Zudem könnten Übergewicht, chronische Entzündungen und ein verändertes Milieu im Magen eine Rolle spielen, so der Mediziner.
Interessanterweise konnte die Studie ausschließen, dass der Magenkeim Helicobacter pylori, der als wichtiger Risikofaktor für Magenkrebs gilt, für den Zusammenhang verantwortlich ist.
Was sind Risikofaktoren von Magenkrebs?
Magenkrebs hat vielfältige Risikofaktoren. Eine ungesunde Ernährung mit stark gesalzenen Speisen, gepökeltem Fleisch und wenig Obst und Gemüse erhöht das Risiko ebenso wie Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum. Eine chronische Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori gilt als einer der wichtigsten Auslöser und steigert das Risiko um das Dreifache. Auch Vorerkrankungen wie chronische Magenschleimhautentzündungen, perniziöse Anämie oder nicht heilende Magengeschwüre können die Entstehung begünstigen. Zudem spielt die genetische Veranlagung eine Rolle.
Ein globales Problem – mit Relevanz für Deutschland
In den USA trinken über 60 Prozent der Erwachsenen täglich gezuckerte Getränke. Die Ergebnisse der Studie sind aber nicht nur für die USA von Bedeutung. Auch in Deutschland ist der Konsum von zuckerhaltigen Getränken ein großes Problem. Laut einer Analyse der Verbraucherorganisation Foodwatch aus diesem Jahr konsumieren Deutsche durchschnittlich 25,7 Gramm Zucker pro Tag über Erfrischungsgetränke. Das entspricht rein rechnerisch etwa 250 Milliliter Cola pro Tag. Mediziner Salah geht dennoch davon aus, dass der Konsum in Deutschland noch um einiges geringer sei, als in den USA – wenn auch keineswegs niedrig.
