Unterscheidung nicht immer einfach
Mückenstich? Diese Merkmale sprechen eher für Bettwanzen
Aktualisiert am 03.09.2026 – 12:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine juckende Quaddel ist typisch für einen Mückenstich – oder steckt womöglich eine Bettwanze dahinter? So erkennen Sie den Unterschied.
Die Haut rötet sich, juckt und schwillt an, nach einigen Minuten oder Stunden ist eine einige Millimeter große Quaddel zu sehen: So äußert sich ein Mückenstich bei den meisten Menschen. Im Normalfall ist er leicht zu erkennen.
Wer mit einer oder mehreren juckenden Quaddeln erwacht und keine Mücke im Schlafzimmer findet, bei dem kommen jedoch möglicherweise Zweifel auf – und die Frage: Wie sieht eigentlich der Stich einer Bettwanze aus?
Bettwanzen sondern beim Stechen ein Sekret ab, welches wie der Mückenspeichel eine Abwehrreaktion in der Haut hervorruft. Die fühl- und sichtbaren Folgen sind ähnlich wie bei Mückenstichen: An den Einstichstellen bilden sich kleine rote, oft stark juckende und leicht geschwollene Flecken. Bei manchen Menschen entstehen auch Knötchen, Bläschen oder Quaddeln. Diese Hautreaktionen können sich gleich am nächsten Morgen zeigen, manchmal aber auch erst einige Tage nach dem Stich. Meist klingen sie innerhalb etwa einer Woche wieder ab.
Es gibt jedoch auch wichtige Unterschiede zwischen einem Mückenstich und dem Stich einer Bettwanze. Folgende Anzeichen lassen eher auf Bettwanzen schließen:
- Bettwanzen stechen in der Regel mehrmals hintereinander, wodurch sich mehrere Quaddeln in einem Hautbereich entwickeln, die typischerweise linien- oder kurvenförmig angeordnet sind – man spricht auch von „Wanzenstraßen“.
- Bettwanzen sind lichtscheu und stechen nachts. Daher finden sich ihre Stiche häufig an unbedeckten Hautbereichen wie Händen, Armen, Schultern, Hals, Gesicht oder Beinen. Mücken hingegen stechen oft auch tagsüber zu, ihre Stiche sind daher auch an anderen Körperstellen anzutreffen. (Die Körperstelle allein erlaubt jedoch keine sichere Unterscheidung von Mücken- oder anderen Insektenstichen.)
- Bettwanzen hinterlassen häufig Spuren auf der Bettwäsche, den Laken oder der Schlafbekleidung. Beispielsweise sind möglicherweise schwarz-braune Punkte (Kot) und/oder kleine Blutflecken zu sehen.
- Bettwanzen verströmen einen charakteristisch süßlichen bis muffigen Geruch, vor allem bei stärkerem Befall.
Anhand der Hautveränderungen allein lässt sich ein Bettwanzenbefall jedoch nicht sicher feststellen. Verlässlichere Hinweise sind gefundene Bettwanzen, Eier, Häutungsreste oder Kotspuren.
Verdacht auf Bettwanzen – was tun?
Erhärtet sich der Verdacht, dass das eigene Schlafzimmer von Bettwanzen befallen ist, kann eine Fachperson für Schädlingsbekämpfung helfen. Seriöse Unternehmen sind etwa beim Deutschen Schädlingsbekämpferverband oder beim Verbund regionaler Schädlingsbekämpfer zu finden. (Weitere Tipps gegen Bettwanzen in der Wohnung können Sie hier nachlesen.)
Ohne professionelle Unterstützung wird man Bettwanzen kaum los. Zwar sind die vier bis acht Millimeter langen, ovalen, rötlich braunen Insekten theoretisch mit bloßem Auge zu sehen. Allerdings halten sie sich tagsüber in dunklen Zimmerbereichen auf, etwa in Ritzen von Möbeln oder in der Wäsche.
Die gute Nachricht: Eine medizinische Behandlung ist bei Wanzenstichen selten nötig, weil diese meist von selbst abheilen. Sinnvoll ist eine ärztliche Abklärung, wenn die Beschwerden stark ausgeprägt sind, die Stiche sich entzünden oder wenn die Möglichkeit besteht, dass die Hautveränderungen eine andere Ursache haben. Bei einer schweren allergischen Reaktion, die sich typischerweise durch Atemnot oder Kreislaufprobleme äußert, ist sofort der Rettungsdienst (112) zu rufen.
