Trotz Krieg und Niedrigwasser
Deutsche Wirtschaft wächst im Sommer überraschend
Aktualisiert am 30.10.2026 – 10:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Niedrige Pegelstände und Eskalation in Nahost belasten die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal. Ein Rückgang blieb trotzdem aus – was steckt hinter dem unerwarteten Plus?
Die deutsche Wirtschaft ist trotz Belastungen durch den Iran-Krieg und das Niedrigwasser im Sommer überraschend gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im dritten Quartal zum Vorquartal um 0,2 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten errechnet hat. Damit zeichnet sich zunehmend ein robustes Wachstum der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr ab.
Im dritten Quartal nahmen die Konsumausgaben nach Angaben der Statistiker leicht zu. Dagegen gingen die Investitionen den vorläufigen Erkenntnissen zufolge zurück. Auch die Exporte von Waren „Made in Germany“ entwickelten sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte schwächer. „Die in der ersten Jahreshälfte noch sehr dynamische Entwicklung der Exporte schwächte sich im dritten Quartal 2026 merklich ab“, stellte das Bundesamt fest.
Zwar brachte das Niedrigwasser im Sommer die Erholung der deutschen Wirtschaft etwas ins Stocken. In den ersten beiden Quartalen hatte die deutsche Wirtschaft zum Vorquartal um 0,4 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent zugelegt. Doch der befürchtete Rückgang der Wirtschaftsleistung im Sommer blieb aus, obwohl niedrige Pegelstände am Rhein die Binnenschifffahrt gebremst und Branchen wie Chemie und Stahl belastet haben.
Volkswirte erwarten Jahresendspurt
Auch im laufenden vierten Quartal wird mit einem deutlichen Plus gerechnet. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich zuletzt weiter verbessert – laut Ifo-Institut den sechsten Monat in Folge. Die Erwartungen, dass sich das Exportgeschäft belebt, sind nach jüngster Erhebung der Münchner Forscher so gut wie seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 nicht mehr.
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Für das Gesamtjahr hob die Bundesregierung ihre Prognose an und rechnet mit 1,3 Prozent Wachstum der deutschen Wirtschaft. Das Ifo-Institut erwartet ein Plus von 1,4 Prozent. Damit würde die jahrelange Flaute enden: 2025 hatte das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,2 Prozent zugelegt, in den beiden Jahren davor war die größte Volkswirtschaft Europas geschrumpft.
