Juli 22, 2026 9:57 p.m. CEST

Verlassener Urlaubsort am Meer

Die Menschen flohen und kehrten nie wieder zurück


Aktualisiert am 11.07.2026Lesedauer: 3 Min.

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Am Strand von Varosha: Die Hotels beherbergen längst keine Gäste mehr. (Quelle: Sean Gallup)

Varosha auf Zypern war einst ein beliebter Badeort, selbst Stars wie Elizabeth Taylor verbrachten ihren Urlaub dort. Seit 1974 ist es eine Geisterstadt. Was ist passiert?

Einst war Varosha (auch Varosia, türkisch Maras) ein beliebter Urlaubsort an der Küste Zyperns. Doch vom Glanz vergangener Tage ist heute nichts mehr übrig. Varosha geriet ins Kreuzfeuer des Konflikts zwischen Griechenland und der Türkei – den beiden Nationen, die Anspruch auf Zypern erheben.

Wie konnte aus einem blühenden Badeort ein militärisches Sperrgebiet werden? Und was ist aus dem Ort geworden, der einst mehr als die Hälfte der Tourismuseinnahmen Zyperns erwirtschaftete?

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Varosha vor 1974: Das „Las Vegas des östlichen Mittelmeers“

Die Geschichte Varoshas reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Nach der osmanischen Eroberung Zyperns 1571 wurden die Christen aus der Stadt Famagusta vertrieben und siedelten sich vor den Stadtmauern an – der Vorort Varosha entstand. Doch seinen eigentlichen Aufstieg erlebte der Ort erst Jahrhunderte später.

Nach der Unabhängigkeit Zyperns von Großbritannien 1960 entwickelte sich Varosha zum Zentrum des Massentourismus auf der Insel. Der feine Sandstrand und das azurblaue Wasser lockten Urlauber aus ganz Europa an. In seinen besten Jahren zählte der Ort etliche Hotels, Theater, Kinos, Bars und Restaurants und rund 3.000 Geschäfte.

Sophia Loren besaß eine Villa am Strand, Elizabeth Taylor saß hier unter dem Sonnenschirm. Abba hatte im Jahr 1970 in Varosha sogar ihren ersten Auftritt als Band. Ein schwedischer Reiseveranstalter hatte Agnetha, Anni-Frid, Benny und Björn die Reise finanziert, im Gegenzug waren die Musiker vor schwedischen UN-Soldaten aufgetreten.

Manche nannten Varosha damals die Côte d’Azur Zyperns, andere das Las Vegas des östlichen Mittelmeers. Im Jahr 1973 erwirtschaftete der Ort 53,7 Prozent der gesamten Tourismuseinnahmen der Insel. 380 weitere Gebäude befanden sich im Bau – sie sollten nie fertiggestellt werden.

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Der Wendepunkt: Die türkische Invasion im Sommer 1974

Im Juli 1974 putschte die griechische Militärjunta gegen die zyprische Regierung – mit dem Ziel, die Insel an Griechenland anzuschließen. Die Türkei reagierte mit einer Militärintervention. Am 14. August 1974 besetzte das türkische Militär in der zweiten Phase der Invasion auch Varosha und erklärte das Gebiet zum militärischen Sperrgebiet.

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