Verdacht bei „Maybrit Illner“
Ist Trump ein „U-Boot Putins“?
19.09.2025 – 02:17 UhrLesedauer: 4 Min.
Hat der Westen noch eine Zukunft? Bei „Maybrit Illner“ wurde in aller Klarheit über das transatlantische Verhältnis und die Motive des US-Präsidenten diskutiert.
Maybrit Illner wollte am Donnerstagabend von ihren Talkgästen wissen, ob auf die USA unter dem Präsidenten Donald Trump als Partner noch Verlass sei. „Putins Drohnen, Trumps Spielchen – Europa nicht gerüstet?“, hatte die ZDF-Moderatorin der Diskussionsrunde als Ausgangsfrage vorgegeben. Besonders kritisch wurde die Lage für die Ukraine beschrieben. Ein deutsch-amerikanischer Ökonom erklärte, worin ihre vielleicht letzte Hoffnung bestehen könnte, um in der aktuellen US-Administration doch noch entscheidend Gehör zu finden.
- Norbert Röttgen (CDU), stellvertretender Unions-Fraktionsvorsitzender
- Ralf Stegner (SPD), Bundestagsabgeordneter
- Rüdiger Bachmann, deutsch-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler Michigan
- Susanne Wiegand, Beraterin des Drohnenherstellers Quantum-Systems
- Johannes Hano, ZDF-Korrespondent
Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen gab sich in der transatlantischen Frage betont diplomatisch. Auch wenn spätestens jetzt kein Zweifel mehr daran bestehen könne, dass die europäische Sicherheit eine europäische Angelegenheit sei, brauche man die Vereinigten Staaten weiterhin. Bislang habe sich der mächtige Partner jenseits des großen Teichs wenn es darauf ankomme als zuverlässig erwiesen.
„Die Amerikaner sind ja im Einsatz“, betonte Röttgen mit Bezug auf die Satellitenkommunikation und Geheimdienstinformationen für die Ukraine. Ohne diese Unterstützung wäre das Land längst verloren gewesen, erklärte der Christdemokrat. Allerdings tue man diesseits des großen Teichs gut daran, sich nicht darauf zu verlassen, dass die USA auch weiterhin lieferten.
Pessimistischer blickte Rüdiger Bachmann auf die gegenwärtige Lage und in die Zukunft. Der deutsch-amerikanische Ökonom erklärte, es habe keinen Sinn, im Krieg gegen Putin auf die Trump-Administration zu setzen. Diese habe am Transatlantizismus keinerlei Interesse, und zwar aus nachvollziehbaren Gründen.
Trumps MAGA-Bewegung werde zusammengehalten von Autoritarismus und Kleptokratie. „Es geht viel darum, sich auch persönlich wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen“, argumentierte Bachmann. Ideologisch sei die Anhängerschaft des aktuellen US-Präsidenten vom Illiberalismus geprägt. „Das heißt, dass sich das Trump-Amerika in einer systemischen Konkurrenz gegenüber Europa sieht“, fasste der Professor der University of Michigan seine Gedanken zusammen. Eine gemeinsame Wertegrundlage gebe es nicht mehr.
Dass Trump ideologisch und persönlich eine größere Nähe zu Putin als zu den europäischen Nato-Partnern aufweist, war in der Talkrunde kaum umstritten. Über die Art des Einflusses, den das russische Regime auf den US-amerikanischen Präsidenten ausüben könnte, machte sich vor allem Johannes Hano Gedanken.
Handelt Trump in Putins Auftrag?
Auf die Frage der Moderatorin, ob Trump gar ein U-Boot Putins sei, antwortete der ZDF-Journalist, man könne nicht rechtssicher sagen, dass er ein russischer Agent sei. Allerdings habe er während seiner Recherchen von verschiedenen amerikanischen Geheimdienstleuten gehört, dass Trump definitiv im Sinne Putins arbeite. Unklar sei nur, ob er es wissentlich oder unwissentlich tue.
„Wenn man sich die Geschichte von Donald Trump anschaut, dann muss man sagen: Es ist die Geschichte von extrem engen Kontakten zu russischen Mafiosi, zu ehemaligen Sowjetgrößen, mit denen er Milliardengeschäfte gemacht hat, die ihm immer wieder aus der Patsche geholfen haben, wenn er gerade mal wieder bankrott war“, berichtete der ZDF-Korrespondent. Sein Fazit: „Das ist schon sehr abstrus.“














