Verdachtsfälle in Russland
Pest: Wie gefährlich ist die Krankheit?
Aktualisiert am 08.10.2026 – 12:01 UhrLesedauer: 3 Min.
Nach dem Tod einer Labormitarbeiterin in Russland gibt es Berichte über einen möglichen zweiten Todesfall. Hier lesen Sie, wie sich die Infektionskrankheit äußert und wie hoch das Risiko für Deutschland eingeschätzt wird.
Der Tod einer 28-jährigen Mitarbeiterin eines Pestforschungsinstituts in der russischen Region Irkutsk hatte Spekulationen über einen möglichen Fall von Lungenpest ausgelöst. Die russischen Gesundheitsbehörden wiesen den Pestverdacht zurück und erklärten, die Frau sei an einer Lungenentzündung unbekannter Ursache gestorben. Nun gibt es Berichte über einen weiteren Todesfall nach einer Lungenentzündung. Ob ein Zusammenhang mit der Pest besteht, ist bislang unklar. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert Aufklärung
Was ist die Pest?
Die Pest ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst wird. Der Erreger ist in der Natur vor allem bei kleinen Säugetieren und deren Flöhen verbreitet. Unter bestimmten Umständen kann er auch auf den Menschen übertragen werden.
Wie wird die Pest übertragen?
Am häufigsten wird die Pest durch den Stich eines infizierten Flohs übertragen. Flöhe leben unter anderem auf Wildnagern und Ratten. Von infizierten Tieren können sie auf andere Wirte – auch Menschen – übergehen.
Eine Ansteckung ist auch möglich, wenn Menschen in direkten Kontakt mit infiziertem Gewebe oder den Körperflüssigkeiten eines erkrankten oder verendeten Tieres kommen. Das kann beispielsweise beim Umgang mit einem infizierten Wildtier geschehen.
Eine besondere Rolle spielt die Lungenpest. Sie kann sich als Folge einer unbehandelten Beulenpest entwickeln, wenn sich die Bakterien in die Lunge ausbreiten. Die Infektion geht dann ursprünglich auf den Stich eines infizierten Flohs zurück. Seltener entsteht die Lungenpest direkt durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen eines Erkrankten. In diesem Fall ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich.
Welche Symptome verursacht die Pest?
Die Beschwerden hängen davon ab, welche Form der Pest vorliegt. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) beträgt die Inkubationszeit in der Regel ein bis sieben Tage. Bei der Lungenpest können Beschwerden bereits nach ein bis drei Tagen auftreten.
Beulenpest
Die Beulenpest ist die häufigste Form der Pest. Typisch sind zunächst plötzlich auftretende Symptome wie:
- Fieber
- Schüttelfrost
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Schwäche
- Übelkeit und Erbrechen
Charakteristisch sind außerdem schmerzhafte, stark geschwollene Lymphknoten. Diese Schwellungen werden als „Bubonen“ bezeichnet und treten häufig in der Leistengegend auf.
Lungenpest
Bei der Lungenpest stehen Beschwerden der Atemwege im Vordergrund. Möglich sind:
- Fieber
- Husten
- Atemnot
- Brustschmerzen
- teilweise blutiger Auswurf
Die Lungenpest ist die schwerste Pestform. Unbehandelt kann sie schnell lebensbedrohlich werden.
Pestsepsis
Bei der Pestsepsis gelangen die Bakterien in die Blutbahn. Es kann zu hohem Fieber, starker Schwäche, Bauchschmerzen, Schock, Blutungen und Schäden an Organen und Gewebe kommen. Die Erkrankung kann als eigenständige Form auftreten oder sich aus einer anderen Pestform entwickeln.














