Er wird 75 Jahre alt
Woher der Zebrastreifen seinen Namen hat
Aktualisiert am 31.10.2026 – 04:00 UhrLesedauer: 4 Min.
Mit seiner Schwarz-Weiß-Optik erinnert der Zebrastreifen tatsächlich an das afrikanische Tier. Aber woher stammt der Name wirklich?
Er ist weltberühmt. Die Beatles wanderten für ihr legendäres Albumcover auf einem von ihnen über die Londoner Abbey Road, viele erinnern sich an Rolf Zuckowskys Kinderlied, dass mancher ihn wohl nie begreifen werde. 2026 wird er 75 Jahre alt und ist immer noch rüstig: der Zebrastreifen. Aber woher kommt sein Name?
Als nach dem Zweiten Weltkrieg mit VW Käfer, Isetta, Goggomobil und Co. der motorisierte Individualverkehr für die Massen bezahlbar wurde, schnellten die Zulassungszahlen für Autos nach oben. Zerbombte Citys wurden unter großem Baggereinsatz zu autogerechten Städten, breite Straßen und Parkzonen wurden zum Alltag. Und das Tempo im Verkehr stieg.
Und die Fußgänger? Wurden entweder in Fußgängertunnel an großen Kreuzungen unter die Erde verbannt oder mussten schauen, wie sie über die teils vier bis sechs Autospuren kamen, wenn keine Ampel in der Nähe war. Experten machten sich angesichts dieser Entwicklungen Gedanken, wie Fußgänger zu ihrem Recht und auf geschützten, klar gekennzeichneten Wegen über die Straße kommen.
Erste Überwege in den Fünfzigerjahren
Am 19. September 1949 wurde in Genf ein internationales Straßenverkehrsabkommen unterzeichnet, in dem die neuen Überwege erstmals auftauchten. Laut der „Welt“ gab es in Deutschland vermutlich im März 1952 einen ersten Zebrastreifen – in Berlin. Am 8. Juli 1952 wurden zwölf Zebrastreifen in München offiziell auf Straßen gemalt. Am 24. August 1953 führte der Gesetzgeber mit dem Paragrafen 26 der Straßenverkehrsordnung (StVO) erstmalig die Fußgängerüberwege bundesweit ein. Aber da hatte er im Deutschen noch nicht seinen tierischen Namen.
In England war man schneller gewesen: Wie die „Berliner Morgenpost“ schreibt, hatte die britische Regierung 1948 an Kreuzungen in London aufgrund des ansteigenden Verkehrs probeweise Straßenmarkierungen angebracht. Sie hatten die Form von zwei parallel punktierten Linien. Der spätere britische Premierminister James Callaghan soll sie „zebra crossing“ genannt haben, weil ihn die Markierungen an das Zebra erinnert haben. Das westlich von London gelegene Slough gilt nach Angaben des dortigen Museums als erster Ort mit einem Zebrastreifen. Laut Guinness-Buch der Rekorde wurde dort am 31. Oktober 1951 der erste dauerhaft markierte Übergang eingerichtet. Er lag auf der High Street, wo heute eine Fußgängerzone ist.
Eine Kampagne macht den Zebrastreifen berühmt
In Hamburg wurde der Überweg zunächst „Dickstrichkette“ genannt. Das „Hamburger Abendblatt“ reklamiert, in einer verspielten Kampagne einen neuen Begriff geprägt zu haben: Die Zeitung unterstützte die „Verkehrserziehungswoche“ der Hamburger Polizei im April 1954. Wer sich am Fußgängerüberweg besonders rücksichtsvoll verhielt, bekam einen Autoaufkleber mit einem Zebra darauf. Das erinnerte nicht nur optisch an den Überweg, sondern das Wort ZEBRA war auch die Abkürzung für „Zeichen Eines Besonders Rücksichtsvollen Autofahrers“. Die Kampagne fruchtete, der Name Zebrastreifen war im Deutschen geboren und ist nicht mehr aus unserem Sprachgebrauch wegzudenken.















