August 5, 2026 6:24 p.m. CEST

„Ist das Satire?“

Wetterexperte löst Spott aus – jetzt reagiert er


Aktualisiert am 05.08.2026 – 14:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Klimatologe misst die Wassertemperatur im Rhein: Sein Video löste viel Kritik, aber auch Zustimmung aus. (Quelle: x.com/Donnerwetter)

Ein Video von Wetterexperte Karsten Brandt löst Häme und sogar Wut aus. Er sieht sich in seiner Arbeit bestätigt – und erklärt, warum.

Das Video, das der Klimatologe Karsten Brandt vom Portal „donnerwetter.de“ am Montag auf der Plattform X hochgeladen hat, ist gerade einmal zehn Sekunden lang. Seitdem wurde es tausendfach angesehen, geteilt – und mit teils wütenden Kommentaren und heftiger Kritik übersät. „Was ein Rotzkanal“, kommentiert ein Nutzer. Ein anderer fragt: „Ist das Satire?“

Auf dem Video ist zu sehen, wie Karsten Brandt ein Thermometer an einer sehr flachen Stelle kurz in den Rhein hält, es wieder herauszieht und die Temperatur abliest: „28 Grad jetzt hier Wassertemperatur“, sagt Brandt. Doch vielen Nutzern kommt die Messung in Sekundenschnelle verdächtig vor. „Reicht scheinbar, um 60 Prozent der Bevölkerung für dumm zu verkaufen“, kommentiert einer. Ein anderer schreibt: „Nächstes Mal kurz vorher in den mobilen Wasserkocher halten, dann bekommst du 80 Grad und kannst erzählen, du könntest dir ’nen Tee im Fluss kochen.“ Weitere Kommentatoren reagieren mit Fäkalsprache und Beleidigungen.

Spott über Rhein-Video: „Würde ich so nicht mehr machen“

Doch wie lief die Messung vor Ort tatsächlich ab? Karsten Brandt erklärt t-online das Prozedere ausführlich: Das Video zeige nur einen kleinen Ausschnitt. Er habe das Thermometer bereits vor der Aufnahme für längere Zeit ins Wasser gehalten und zudem auch mit einem Infrarot-Thermometer die Wassertemperatur an mehreren Stellen des Rheins gemessen. Dabei habe er eine Spanne von 26 bis 29 Grad Wassertemperatur erfasst. Das alles in einem Video zu zeigen, sei jedoch nicht möglich, so Brandt. Er habe dieses auf den entscheidenden Moment verkürzt. Auf X kommentierte er: „Wahnsinn, ihr seid echt putzig! Irre, wie sehr man die ‚Alles-Deppen-außer-mich‘-Experten mit einem Thermometer triggern kann.“

Teile des Flussbetts des Rheins bei Köln: Der Fluss führt historisch wenig Wasser. (Quelle: IMAGO/Christoph Hardt/imago)

Zur Kritik, dass in dem Video ausgerechnet die Temperatur an einer besonders flachen Stelle gemessen wird, sagt Brandt: „Auch die flachen Stellen gehören zum Rhein.“ Trotzdem räumt er ein: „Dieses Video würde ich so wahrscheinlich nicht mehr machen.“

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