Oktober 15, 2026 2:18 p.m. CEST

Rückschlag

DHL verzichtet vorerst auf Wero


15.10.2026 – 12:49 UhrLesedauer: 2 Min.

Smartphone mit Wero: DHL entscheidet sich vorerst gegen die Einführung von Wero. (Quelle: IMAGO/Thomas Fuller)

Während Wero bei immer mehr Händlern Fuß fasst, zieht ausgerechnet ein Schwergewicht der Logistikbranche die Reißleine. Was DHL an dem europäischen Bezahlsystem stört.

Beim Einkauf auf lidl.de oder beim Online-Einkauf bei dm gehört das neue europäische Bezahlsystem Wero längst zum Alltag. Die ambitionierte Alternative zu PayPal und Co. drückt beim Ausbau ihres Händlernetzwerks kräftig aufs Tempo und feiert wichtige Meilensteine. Doch der nächste große Coup ist vorerst gescheitert.

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Ausgerechnet beim Logistikriesen DHL stößt die Expansion auf eine unerwartete Hürde. Sie zeigt: Der Weg an die europäische Spitze der Zahlungsdienstleister ist schwieriger, als es sich die Macher von Wero erhofft haben. Warum entscheidet sich DHL vorerst gegen die Einführung von Wero im Checkout-Prozess seiner Plattform?

Darum sagt DHL vorerst Nein zu Wero

Aus einer Stellungnahme des Logistikkonzerns geht hervor: Das Unternehmen sieht derzeit keinen ausreichenden Mehrwert darin, die europäische Bezahllösung als neue Zahlungsmethode einzuführen. Das berichtet der unabhängige deutsche Technikblog „mobiflip.de“.

Dem Technikblog zufolge verweist DHL auf seine bisherige Zahlungsstrategie und die noch schwer einzuschätzende Entwicklung von Wero. Grundsätzlich begrüße das Unternehmen zwar neue, innovative und insbesondere europäische Zahlungslösungen – bei Wero erkenne man aktuell aber keinen ausreichenden Nutzen für die eigene Plattform und Kundenstruktur, heißt es weiter.

Darüber hinaus verweist DHL ausdrücklich auf den geplanten digitalen Euro der Europäischen Zentralbank. Aus Sicht des Unternehmens könnte dieser in gewisser Weise zu einem Konkurrenzangebot für Wero werden. Die zukünftige Bedeutung von Wero lasse sich deshalb derzeit nicht seriös abschätzen. Vollständig ausschließen will DHL eine spätere Integration allerdings nicht.

Konkurrent DPD zeigt: Es geht auch anders

Bei der Konkurrenz sieht die Lage anders aus. Der Paketdienst DPD hat Wero Anfang 2026 als Zahlungsmethode in sein Onlineportal myDPD integriert. Seitdem können Kunden darüber Versand- und Serviceleistungen direkt mit dem Smartphone bezahlen.

Wero ist ein Angebot der European Payments Initiative (EPI), einem Zusammenschluss von 18 europäischen Banken und Zahlungsdienstleistern. Sie wollen damit ein europäisches Zahlungssystem neben Visa, Mastercard, Apple Pay, Google Pay oder PayPal etablieren. Technisch basiert der Dienst auf dem Sepa Instant Credit Transfer: Das Geld wandert direkt vom Bankkonto des Käufers zum Händler, ohne dass Sie dafür eine IBAN angeben müssen.

Mit Wero bezahlen: Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Damit Sie mit Wero einkaufen können, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein: Ihre Hausbank muss Wero anbieten – und das tun viele große Banken bisher nicht. Außerdem müssen Sie die Zahlung manuell freischalten. Und schließlich muss auch der jeweilige Händler das Bezahlsystem unterstützen, damit Sie überhaupt auf diesem Weg bezahlen können.

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