So können Hamburger helfen
Werftaufenthalt und Zwangspause: Stubnitz unter finanziellem Druck
06.11.2026 – 09:23 UhrLesedauer: 3 Min.
Die „MS Stubnitz“ muss zur Reparatur in die Werft, das Kulturprogramm pausiert. Für die Crew bedeutet das wochenlang fehlende Einnahmen.
Ein Schaden am Ruder zwingt die Hamburger „MS Stubnitz“ im Januar zu einer rund dreiwöchigen Pause. Während das Kulturschiff in einer Werft repariert wird, können an Bord keine Konzerte und Clubnächte stattfinden. Die Einnahmen fehlen den Betreibern – und das, nachdem bereits ein ursprünglich für September geplanter Werftaufenthalt finanzielle Folgen hatte.
Weil ein Werftaufenthalt im September lange realistisch erschien, hatte die Crew für den Zeitraum keine Veranstaltungen gebucht. Die Reparatur verschob sich schließlich auf Januar. „Entsprechend hatten wir deutlich weniger Einnahmen als in einem normalen September, die Auswirkungen davon spüren wir aktuell sehr“, erklärt Stefan Hangl von der MS Stubnitz auf Anfrage der Hamburger Regionalredaktion von t-online. Direkte Zusatzkosten seien durch die Verschiebung allerdings nicht entstanden.
Keine Hamburger Werft konnte einen Termin zusagen
Für die Reparatur muss die Stubnitz nach Bremerhaven ausweichen. „Keine Hamburger Werft konnte uns einen verbindlichen Termin zusagen“, sagt Hangl. Die Werften mit ausreichend tiefen Docks seien derzeit mit Marineaufträgen, Luxusjachten, Kreuzfahrtschiffen und großen Industrieaufträgen ausgebucht. „Unser Auftrag ist für uns finanziell enorm, im Vergleich zu üblichen Werftaufträgen aber eher klein“, erzählt Hangl und fügt hinzu: „Da will sich niemand mit einer kleinen Oldtimerreparatur den Kalender blockieren.“
- Volksfest in Hamburg: Winterdom öffnet – mit Neuheiten und stabilen Preisen
Der Zeitplan steht inzwischen fest: Am 3. Januar 2027 legt die „Stubnitz“ in Hamburg ab und fährt zur Bredo-Werft. Spätestens am 22. oder 23. Januar soll sie zurück sein. Bis Ende 2026 läuft das Veranstaltungsprogramm wie gewohnt, ab Ende Januar soll es an Bord weitergehen.
Vier Tonnen schweres Ruderblatt muss abgenommen werden
Grund für den Werftaufenthalt ist eine Undichtigkeit am Ruderschaft. Beheben lässt sie sich nur, wenn das Schiff außerhalb des Wassers im Dock liegt. Dafür muss zunächst das etwa vier Tonnen schwere Ruderblatt mit Kettenzügen abgesenkt werden. Anschließend lässt sich der Ruderschaft ausbauen – die Achse, an der das Ruderblatt hängt. Erneuert werden die Dichtungen, eine zugehörige Messingbuchse und das große Kugellager, das den Ruderschaft trägt.
„Bei einer so alten Anlage dürfte das allerdings kniffliger werden, als man auf den ersten Blick vermutet“, meint Hangl. Die Reparatur ist Voraussetzung für die turnusmäßige Erneuerung der Schiffszertifizierung.
So lässt sich die „Stubnitz“ unterstützen
Neben der Reparatur muss der Verein den dauerhaften Erhalt des denkmalgeschützten Schiffs finanzieren. Dafür braucht es nach Angaben der Betreiber im Schnitt rund 350.000 Euro pro Jahr. Öffentliche Gelder fließen demnach nur in einzelnen Projektphasen.
