In Deutschland
Bei diesem Einkommen liegt die Armutsgrenze
Aktualisiert am 02.06.2026Lesedauer: 4 Min.

Obwohl Deutschland ein vermögendes Land ist, leiden viele Menschen unter Armut. Doch wann gelte ich eigentlich als arm? Wir zeigen, wo die Grenzen liegen.
Im Supermarkt kommt nur das Günstigste in den Einkaufswagen, das Handyguthaben ist aufgebraucht, und neue Kleidung ist genauso wenig drin wie Restaurantbesuche und Kinoabende. Wer arm ist, hat nicht nur finanzielle Sorgen, sondern auch kaum Möglichkeiten, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.
Doch was bedeutet Armut in Deutschland eigentlich? Ab welcher Grenze gelte ich als arm? Wir zeigen, über welche Beträge Sie mindestens verfügen müssen, um nicht als arm eingestuft zu werden.
Wer gilt in Deutschland als arm?
In Wohlstandsgesellschaften wie Deutschland wird Armut meist relativ erhoben. Das bedeutet, es kommt darauf an, wie Sie mit Ihrem Einkommen im Vergleich zum Rest des Landes dastehen. Als armutsgefährdet gelten in Deutschland daher Menschen, die monatlich über weniger als 60 Prozent des mittleren Netto-Haushaltseinkommens verfügen.
Diese Schwelle ist die sogenannte Armutsrisikogrenze oder Armutsgefährdungsschwelle. 2025 befanden sich 16,1 Prozent der Bevölkerung in dieser Lage. Dieser Anteil nennt sich auch Armutsgefährdungsquote. 2024 hatte sie noch 15,5 Prozent betragen. Verfügen Sie über weniger als 40 Prozent des mittleren Einkommens, gelten Sie laut Definition der Europäischen Union als offiziell arm – relativ gesehen. Das ist dann die Armutsgrenze.
Mittleres Einkommen
Das mittlere Einkommen, auch Medianeinkommen genannt, ist der Wert, der genau in der Mitte liegt, wenn alle Einkommen aufsteigend geordnet werden.
Im Gegensatz zur relativen Armut gibt es auch eine Definition für absolute Armut. Das bedeutet, dass Sie so wenig Geld besitzen, dass Ihr Überleben unmittelbar bedroht ist. Der Weltbank zufolge gelten Sie als absolut arm, wenn Ihnen weniger als 3,00 US-Dollar pro Tag zur Verfügung stehen. Mehr zum Unterschied zwischen relativer und absoluter Armut lesen Sie hier.
Bei welchem Einkommen liegt die Armutsgrenze?
Wie hoch das monatliche Nettoeinkommen für die Armutsrisikogrenze ausfällt, ist von Haushaltstyp zu Haushaltstyp verschieden. Das Statistische Bundesamt unterscheidet zwischen Single- und Paarhaushalten mit und ohne Kinder.
Die aktuellsten Daten beziehen sich auf das Jahr 2025, wobei das Jahr vor der Erhebung als Referenzjahr für das Einkommen gilt. Wenn Sie also 2024 weniger als die angegebenen Beträge pro Monat zur Verfügung hatten, galten Sie auf dem Papier als arm:
- Singles: 1.446 Euro
- Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren: 3.036 Euro
Untergliedert nach Haushaltstypen sind erheblich mehr Alleinerziehende sowie Singles von Armut bedroht als der Bundesdurchschnitt. Im Jahr 2025 war mehr als ein Viertel der Alleinerziehenden (28,9 Prozent) armutsgefährdet. Bei den Singles waren es sogar 30,3 Prozent. Unterdurchschnittlich oft von Armut gefährdet waren dagegen Paare mit zwei Kindern (12,3 Prozent) sowie kinderlose Paare (11,3 Prozent).














