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Trotz Hundebiss, Flaschenwurf und Pizza

Weltkriegsbombe in Köln-Porz erfolgreich entschärft


Aktualisiert am 19.09.2025 – 01:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine entschärfte Bombe liegt in einem Transporter, daneben zwei Personen: Entschärfer Marcel Biewald vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf und Silvana Hoffmann vom Ordnungsamt der Stadt Köln waren mit im Einsatz. (Quelle: Stadt Köln)

Entwarnung in Köln-Porz: Die Bombe ist entschärft. Doch bevor die Entschärfung beginnen konnte, musste ein Mann im Drogenrausch festgenommen werden.

Bei Sondierungsarbeiten in Köln-Porz ist am Donnerstagmittag eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Der Blindgänger mit einem sogenannten Heckaufschlagzünder wurde in der Röntgenstraße in Höhe der Hausnummer 1-3 entdeckt. Um 21.18 Uhr konnte der Blindhänger von Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf erfolgreich entschärft werden. Kurz darauf wurde auch über die Warn-App „Nina“ Entwarnung gegeben.

Etwa 2.300 Menschen waren von der Evakuierung des 300-Meter-Gefahrenbereichs betroffen. Eine Anlaufstelle im Stadtgymnasium Porz nahm 193 Personen auf, 25 kranke oder gehbehinderte Personen mussten mit Krankentransporten aus dem Evakuierungsbereich und später wieder zurück gebracht werden.

Mehrere Zwischenfälle verzögerten jedoch die Freigabe zur Entschärfung erheblich. An einer Straßensperre warf ein unter Rauschmitteln stehender Mann aus Frust eine Glasflasche vor die Füße der Einsatzkräfte, weil er die Sperre nicht passieren konnte. Als Mitarbeiter des Ordnungsamtes ihn aufforderten, die Scherben zu entsorgen, reagierte er aggressiv und unkooperativ. Bei der Personalienaufnahme soll er ausgerastet und auf die städtischen Mitarbeiter losgegangen sein. Die Polizei nahm den Mann in Gewahrsam und brachte ihn ins Präsidium nach Kalk.

In der Anlaufstelle biss der mitgebrachte Hund einer Anwohnerin eine ehrenamtliche Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation und verletzte sie leicht. Die Feuerwehr nahm den Beißunfall auf und versorgte die Helferin.

Auch ein Krankentransport gestaltete sich schwierig: Ein Patient weigerte sich zunächst mitzufahren und konnte erst durch einen gerufenen Notarzt überredet werden.

Einen weiteren Zwischenfall verursachte unmittelbar vor der Freigabe zur Entschärfung ein Pizzalieferant, der an einer Straßensperre auftauchte. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes begleitete ihn zur Haustür und stellte das Abendessen zu – inklusive Personalienaufnahme des Kunden und der Aufforderung, mit ihm den Gefahrenbereich zu verlassen. Den Evakuierungsverzögerer erwartet nun ein Bußgeldverfahren.

Während der Evakuierung waren die KVB-Buslinien 151, 152, 154, 160, 161, 162 und 165 sowie Züge der Linien S12, RB 27, RE 8 und RE 9 beeinträchtigt. Der Bahnhof Porz wurde nicht angefahren, da die Bahnsteige teilweise im Evakuierungsradius lagen.

Nach der erfolgreichen Entschärfung können die Anwohner in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Alle Straßensperren wurden aufgehoben, der Bahn- und Busverkehr läuft wieder regulär. Das Ordnungsamt war mit 99 Mitarbeitern im Einsatz, Feuerwehr und Hilfsorganisationen mit 49, die Polizei mit zwei, die Deutsche Bahn mit sechs und die KVB mit einer Person.

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