Vandalen wüten am Watzmann
„Trauriger Höhepunkt“: Bergwacht-Führer ist schockiert
28.10.2025 – 15:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Sie soll Wanderern als Notunterschlupf dienen. Doch was Mitarbeiter der Bergwacht in der Watzmann-Schutzhütte vorfinden, macht sie fassungslos.
Erneut haben unbekannte Vandalen eine Notunterstandshütte am Watzmann-Hocheckgipfel mutwillig beschädigt. Die Hütte, die laut Bergwacht schon mehreren Menschen das Leben rettete, ist durch die erneute Zerstörungswut akut gefährdet. Der aktuelle Vandalismus-Fall sei der „traurige Höhepunkt“ einer längeren Serie, sagte Bergwacht-Bereitschaftsleiter Michael Renner laut einer Mitteilung vom Samstag.
Wie die Bergwacht weiter konkretisierte, hätten Wanderer den Schaden am Mittwoch (22. Oktober) entdeckt: Ein oder mehrere Unbekannte hätten die Hütte „massiv beschädigt“ und die Wand zwischen dem Schutzraum und dem abgesperrten Notlagerraum für die Bergrettung „mit roher Gewalt durchbrochen“. Dabei könnten laut Einschätzung der Bergwacht auch Werkzeuge wie Steigeisen oder Pickel zum Einsatz gekommen sein. Der Schaden liege wohl zwischen 300 und 400 Euro.
Die Einsatzkräfte machten sich jetzt Gedanken, wie sie die Hütte „unter diesen schwierigen Umständen langfristig überhaupt noch weiter erhalten sollen“, hieß es in der Mitteilung. Denn die Schutzhütte am Watzmann wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach Opfer von Angriffen. Zuletzt hatten Unbekannte im Juli dieses Jahres die Tür zum Lagerraum aufgebrochen. In dem Raum bewahren die Freiwilligen der Bergwacht das nötigste Material für Einsätze bei schlechtem Wetter auf.
Schon damals bemängelten die Bergretter den auch darüber hinaus schlechten Zustand der Hütte: Eine Trittstufe aus Holz sei als Feuerstelle missbraucht worden. „Wir haben seit Jahren immer wieder Probleme durch Vandalismus und Vermüllung“, sagte Bereitschaftsleiter Renner.
Die Bergwacht machte ihrem Ärger auch in einem Facebook-Posting Luft – und erntete viel Zustimmung. „Für so etwas gibt es keine Entschuldigung“, kommentierte ein Nutzer. Und in einem anderen Kommentar hieß es: „Ich bin entsetzt über diesen Vandalismus. Kann man das überwachen? Hoffentlich werden diese Vandalen gefasst.“
Die Notunterstandshütte auf dem Watzmann ist auf der langen Gratüberschreitung zwischen Watzmannhaus und Wimbachgrieshütte die einzige Möglichkeit, um Schutz vor der Witterung zu suchen. Die Bergretter weisen darauf hin, dass die in 2.650 Metern Höhe gelegene Hütte nicht für Übernachtungen geeignet ist. Vielmehr soll sie Abenteurern im Notfall als Unterschlupf dienen.














