Laut Studie
Was das Gehtempo in diesem Alter über das Gehirn verrät
15.07.2026 – 14:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Wer in seinen 80ern beim Gehen ein schnelles Tempo an den Tag legt, könnte geistig länger fit bleiben. Darauf deutet eine neue Studie hin.
Wie schnell ein Mensch natürlicherweise geht, sagt womöglich mehr über die Gesundheit aus als bislang angenommen. Eine Analyse mehrerer Studien zeigt, dass über 80-Jährige mit einem besonders flotten Gang ein deutlich geringeres Risiko für einen späteren geistigen Abbau hatten als Gleichaltrige mit langsamerem Schritttempo.
Zügige Geher waren im Vorteil
Für die Untersuchung werteten die Forscher Daten von mehreren Tausend Seniorinnen und Senioren aus, die zu Beginn keine Anzeichen für eine Demenz aufwiesen. Als sogenannte „Super Movers“ galten Teilnehmer, die für ihr Alter ungewöhnlich schnell gingen, nämlich eher wie rund 30 Jahre jüngere Menschen. Sie entwickelten im Verlauf der Beobachtung etwa 50 Prozent seltener eine kognitive Beeinträchtigung als langsamer gehende Personen.
Auch in Gedächtnistests schnitten sie besser ab. MRT-Aufnahmen zeigten zudem, dass bestimmte Bereiche des Hippocampus besser erhalten waren. Diese Hirnregion spielt eine wichtige Rolle für die Gedächtnisbildung.
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Gehen ist ein Spiegel der Gehirnfunktion
Nach Ansicht der Forscher ist Gehen weit mehr als eine automatisierte Bewegung. Damit ein gleichmäßiges Schritttempo gelingt, müssen Gehirn, Nerven, Muskeln, Gleichgewicht und Herz-Kreislauf-System eng zusammenarbeiten. Lässt die Gehgeschwindigkeit nach, könnte das deshalb ein frühes Anzeichen dafür sein, dass auch die Hirnfunktion nachlässt – oft noch ehe deutliche Gedächtnisprobleme auftreten.
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Wie ist die Studie einzuordnen?
Die Ergebnisse zeigen zwar einen Zusammenhang auf, erlauben aber keine Rückschlüsse auf Ursache und Wirkung. Die Studie legt nahe, dass ältere Menschen, deren natürliches Gehtempo eher schnell ist, weniger stark geistig abbauen. Sie belegt jedoch nicht, dass absichtlich schnelleres Gehen das Risiko für eine Demenz senkt. Möglich ist auch, dass ein gesundes Gehirn schlicht dazu beiträgt, länger zügig gehen zu können.
Die Forscher sehen die Gehgeschwindigkeit deshalb eher als Warnsignal. Gehen ältere Menschen ohne erkennbare Ursache langsamer als früher, könnte dies Anlass für eine genauere ärztliche Untersuchung sein – insbesondere, wenn auch Gedächtnisprobleme auftreten.
Um die Hirngesundheit zu fördern, sollten ältere Menschen sich weiterhin regelmäßig bewegen – zu empfehlen sind vor allem Ausdauer- und Krafttraining. Auch eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf sind wichtig, ebenso wie eine gute Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes.














