Einen ETF-Sparplan können Sie bei vielen Banken und Brokern bereits mit kleinen monatlichen Beträgen starten. Idealerweise legen Sie aber jeden Monat so viel Geld an, dass Sie später tatsächlich Ihre Rentenlücke schließen können. Hier kommt eine weitere Variable ins Spiel: die Länge Ihres Ruhestands. Die kann natürlich niemand genau vorhersagen, Sie können aber die statistische Lebenserwartung zurate ziehen.
Nach der im August 2024 veröffentlichten Allgemeinen Sterbetafel 2021/2023 des Statistischen Bundesamts haben Männer, die 42 Jahre alt sind, noch eine Lebenserwartung von 37,34 Jahren. Frauen desselben Alters leben im Schnitt noch 41,79 Jahre. Bei einem regulären Renteneintritt im Alter von 67 Jahren bleibt Ihnen als Mann also statistisch gesehen noch ein Ruhestand von 12,34 Jahren, als Frau sind es 16,79 Jahre. Die oben beispielhaft errechnete monatliche Rentenlücke von 921,77 Euro summiert sich dann auf eine Gesamtrentenlücke von 136.495,70 Euro (921,77 Euro x 12 x 12,34) für Männer und 185.718,22 Euro für Frauen.
Was heißt das nun für Ihre Sparrate? Legen Sie Ihr Geld breit gestreut in einen ETF wie den MSCI World an und nehmen wir an, dass dieser seine durchschnittliche jährliche Rendite der letzten 20 Jahre von 6,3 Prozent fortsetzt, benötigen Sie keine utopischen Sparraten, um die Lücke zu schließen.
Da Sie in unserem Beispiel noch 25 Jahre Zeit bis zur Rente haben, profitieren Sie noch ordentlich vom Zinseszinseffekt. Schon mit einer Sparrate von 200 Euro im Monat erzielen Sie bis zum Ruhestand einen Betrag von 141.297,47 Euro. Auf 187.219,14 Euro kommen Sie mit einer Sparrate von 265 Euro im Monat.
Da die Inflation auch im Ruhestand weiter an Ihrem Vermögen knabbert, ist es ratsam, sich das Geld mit Renteneintritt nicht auf einen Schlag auszuzahlen, sondern jeden Monat immer nur einen kleinen Betrag zu entnehmen – sich sozusagen selbst eine zusätzliche Rente auszuzahlen. So kann der Großteil Ihres Ersparten weiter für Sie arbeiten und Rendite einfahren.
