September 5, 2026 10:21 a.m. CEST

Zweites Mal in zwei Jahren

Bekannter Fahrradhersteller steckt erneut in der Insolvenz

Aktualisiert am 05.09.2026 – 09:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Fahrrad von Simplon (Symbolbild): Die Firma meldet erneut Insolvenz an. (Quelle: Carsten Dammann via www.imago-images.de)

Der erste Sanierungsplan ist gescheitert: Simplon kann eine fällige Rate nicht mehr zahlen. Jetzt läuft ein neues Verfahren – 54 Mitarbeiter sind betroffen.

Der österreichische Fahrradhersteller Simplon hat zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren ein Insolvenzverfahren beantragt. Der erste Sanierungsplan war gescheitert, weil das Unternehmen eine fällige Rate nicht mehr zahlen konnte. Betroffen sind 54 Beschäftigte am Standort Hard in Vorarlberg, berichtet der österreichische Kreditschutzverband KSV1870.

Die 2Rad Produktions GmbH, die als Nachfolgerin der Simplon Fahrrad GmbH firmiert, hat beim Landesgericht Feldkirch ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Die Gesamtschulden belaufen sich auf mehr als 33 Millionen Euro – davon stammen rund 28,3 Millionen Euro noch aus dem ersten Verfahren, das Ende 2024 abgeschlossen worden war. Insgesamt zählt das Unternehmen rund 150 Gläubiger.

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Das Unternehmen ist im deutschsprachigen Raum vor allem für Mountainbikes, Rennräder und E-Bikes bekannt. Als Ursachen für die erneute Schieflage nennt die Geschäftsführung laut dem österreichischen Kreditschutzverband KSV1870 mehrere Faktoren: Fehlende Bauteile hätten verhindert, dass bestellte Fahrräder rechtzeitig ausgeliefert werden konnten. Die Folge seien ausbleibende Folgeaufträge gewesen. Hinzu kämen Probleme mit einem wichtigen Zulieferer sowie der anhaltend schwache europäische Fahrradmarkt.

Zusätzlich stellt die Geschäftsführung die damalige Unternehmensübernahme infrage. Die Kommunikation vor der Anteilsübernahme sei „nicht zur Gänze nachvollziehbar beziehungsweise korrekt gewesen“, erklärte sie gegenüber dem KSV1870. Christoph Mannel, ehemaliger Manager beim Fahrradkonzern Accell, war nach der ersten Insolvenz als Investor und Geschäftsführer eingestiegen und steht auch heute an der Spitze der 2Rad Produktions GmbH. Der Betrieb soll vorerst weiterlaufen, während das Unternehmen seinen Gläubigern einen neuen Sanierungsplan vorlegen und weitere Investoren gewinnen will.

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