Sommerserie
Bei diesem Direktflug ist schon die Landung ein Erlebnis
30.08.2026 – 04:04 UhrLesedauer: 2 Min.

Madeira ist von Nürnberg aus direkt erreichbar. Bevor der Urlaub jedoch beginnt, erwartet die Passagiere einer der anspruchsvollsten Landeanflüge Europas.
Ab dem Nürnberger Flughafen geht es ohne Umsteigen auf die Blumeninsel im Atlantik. Doch bevor der Urlaub auf Madeira beginnt, steht ein Anflug bevor, der zu den anspruchsvollsten Europas zählt. Grund dafür ist eine Landebahn, die es so kaum ein zweites Mal gibt.
Beim Anflug auf die Inselhauptstadt Funchal scheint die Landebahn frei über dem Atlantik zu liegen. Sie ruht auf hohen Betonpfeilern, das offene Meer reicht bis unter den Asphalt.
Warum nur geschulte Piloten hier landen dürfen
Als der Flughafen eröffnet wurde, hatte er nur eine kurze Bahn direkt an der Steilküste. Weil Madeira kaum ebene Flächen bietet, war an eine klassische Verlängerung nicht zu denken. Die Verantwortlichen wählten deshalb einen ungewöhnlichen Weg und bauten die Piste über das Wasser hinaus. Im Jahr 2000 ging die Verlängerung in Betrieb. Sie ist rund 2.780 Meter lang, mehr als 1.000 Meter davon ruhen auf etwa 180 Betonpfeilern. Das Projekt wurde sogar mit einem international angesehenen Preis für herausragende Bauwerke ausgezeichnet.
So markant die Konstruktion ist, so anspruchsvoll bleibt der Anflug. Aus den umliegenden Bergen fallen immer wieder Scherwinde ein, dazu kommt die Lage zwischen Klippen und Meer sowie eine späte Kurve kurz vor dem Aufsetzen. Deshalb dürfen den Flughafen nur Piloten ansteuern, die eine spezielle Schulung durchlaufen haben und eine regelmäßige Flugpraxis vorweisen können. Bei kräftigem Wind kommt es vor, dass Maschinen umgeleitet werden oder Flüge ausfallen.
Was nach der Landung wartet
Hat man festen Boden erreicht, wartet eine Insel, die sich zu jeder Jahreszeit besuchen lässt, denn das Klima bleibt das ganze Jahr über mild. Rund um Funchal wächst subtropische Vegetation. Bekannt ist Madeira für seine Levadas, schmale Bewässerungskanäle, an denen heute markierte Wanderwege entlangführen. Im gebirgigen Inselinneren liegt zudem ein alter Lorbeerwald, der von der Unesco als Welterbe geschützt wird.
