Anders sieht es für Anleger aus, die das Geld zunächst 20 Jahre zu fünf bis sieben Prozent liegen lassen und dann erst entnehmen. Dann wären zwischen 20.000 und 28.000 Euro pro Jahr „frei“. Um Abgaben bereinigt, wäre eine monatliche Zusatzrente von 1.200 Euro bis 1.680 Euro drin.
In welchem Alter man 100.000 Euro erreicht haben sollte, hänge stark vom Einkommen und Sparverhalten ab, sagt Anika Albrecht. Sie gibt eine Faustregel mit auf den Weg: „Wer mit Mitte 30 diesen Betrag auf dem Konto oder Depot hat, liegt auf einem sehr soliden Kurs.“ Bis zum Alter von 40 Jahren sollte es idealerweise geschafft sein, damit noch genügend Zeit bis zum Ruhestand bleibt, in der der Zinseszinseffekt auf das Vermögen einwirken kann.
Eine Pauschalaussage zu treffen, sei aber unseriös. Denn zum einen kann eine geringere Restlaufzeit mit höheren Sparraten wettgemacht werden, um später beim gleichen Vermögen zu landen. Zum anderen hänge das individuelle Sparziel auch davon ab, ob jemand im Alter etwa im abbezahlten Eigenheim oder zur Miete wohne, wie hoch die Rente ausfalle, ob es weitere Einkünfte gebe und mit welchen Ausgaben Monat für Monat zu rechnen sei.
Wie aber lässt sich das Ziel überhaupt erreichen? „Die Erfolgsformel lautet: früh anfangen, regelmäßig sparen, breit diversifiziert investieren und diszipliniert durchhalten“, sagt Karsten Müller. Wer etwa einen Sparplan einrichtet und so zum Beispiel 500 Euro pro Monat in einen weltweiten Aktien-ETF mit geringen Kosten investiert, kann die magische Marke bei sieben Prozent Rendite pro Jahr rechnerisch nach elf bis zwölf Jahren erreichen. „Mit 1.000 Euro monatlich verkürzt sich die Zeit auf sechs bis sieben Jahre“, sagt Müller.
Doch nicht jeder und jede kann einen solchen Betrag Monat für Monat aufwenden. Wer einen groben Anhaltspunkt benötigt und es sich leisten kann, sollte Ortay Gelen zufolge zehn bis 20 Prozent der monatlichen Einkünfte klug anlegen. Auch er rät zum Investment in kostengünstige und breit diversifizierte ETFs.















