Köstlichkeit im kulinarischen Herbst
Woher kommt der Name Federweißer?
16.09.2025 – 15:18 UhrLesedauer: 3 Min.
Weinliebhaber freuen sich im Herbst auf den ersten Federweißen. Der prickelnde, oft naturtrübe erste Wein wird in Flaschen mit Spezialverschluss verkauft.
Der Herbst ist die klassische Federweißer-Saison. Für Weinliebhaber und Genießer ist der Wein der Höhepunkt des Jahres, da er nur wenige Wochen angeboten wird. Aber woher kommt eigentlich der Name und bis wann darf Federweißer getrunken werden?
Der Begriff Federweißer bezieht sich auf die feinen Hefezellen, die während der Gärung im Traubenmost schweben und im Glas wie federleichte, weiße Fädchen oder Federchen aussehen. Früher gab es auch die Vermutung (u. a. im Grimm’schen Wörterbuch), dass der Name von „Federweiß“ herrühre, einem alten Begriff für Alaun, das früher als Konservierungsmittel verwendet wurde. Diese Deutung gilt mittlerweile aber eher als historisches Kuriosum.
Federweißer stammt aus nahezu allen deutschen Weinbaugebieten, besonders bekannt sind Pfalz, Rheinhessen, Baden, Mosel, Franken und das Saale-Unstrut-Gebiet. Auch in Luxemburg, in der Schweiz und in Südtirol wird er produziert. In Österreich heißt er „Sturm“ und ist ebenfalls fester Bestandteil der Weinkultur. Die Herstellung ist überall an die Weinlese im Spätsommer und im Frühherbst gebunden.
Für Federweißen kommen vor allem früh reifende Weißweinrebsorten zum Einsatz, da sie schon ab Ende August genügend Zucker für die Gärung liefern. Häufig verwendet werden Müller-Thurgau, Bacchus, Silvaner, Kerner und Riesling. In wärmeren Regionen mischt sich auch Rivaner darunter.
Es gibt zudem rote Varianten, die als Federroter oder Roter Rauscher bekannt sind. Hierfür werden meist Dornfelder, Portugieser oder Spätburgunder genutzt. Entscheidend ist weniger die Sorte selbst als der hohe Zuckergehalt und die frühe Lese, damit der Most sofort in die Gärung gehen kann und der Federweißer rechtzeitig zum Herbstbeginn verfügbar ist.
Für Federweißen werden frisch gelesene Weintrauben gepresst, sodass Traubenmost entsteht. Dieser Most beginnt sofort zu gären, weil Hefen den natürlichen Zucker in Alkohol und Kohlensäure umwandeln. Im Gegensatz zu normalem Wein wird der teilweise vergorene Most bereits während der aktiven Gärung verkauft und getrunken. Dadurch enthält er lebende Hefezellen, viel Restzucker und prickelnde Kohlensäure, was ihn so spritzig und süß macht.
Da die Gärung in vollem Gange ist, verändert sich Federweißer ständig: Der Zucker wird weniger, der Alkoholgehalt steigt. Er ist sehr empfindlich, sollte gut gekühlt und innerhalb weniger Tage nach dem Kauf getrunken werden. Die Saison reicht, je nach Region und Wetter, meist von Ende August bis Ende Oktober oder Anfang November. Ein Zeichen für Frische ist, dass die Flasche nie ganz verschlossen ist, damit das entstehende Kohlendioxid entweichen kann.















