Oktober 1, 2026 10:57 a.m. CEST

Wandern im Herbst

Diese Gefahren werden schnell unterschätzt


01.10.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 3 Min.

Wanderer in den Saybuscher Beskiden an der Grenze zwischen Polen und der Slowakei: Im Tal hängen dichte Wolken.

Wanderer in den Saybuscher Beskiden an der Grenze zwischen Polen und der Slowakei: Im Tal hängen dichte Wolken. (Quelle: IMAGO/Dominika Zarzycka)

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen rasch. Wer jetzt wandern geht, muss sich vor allem im Gebirge auf heikle Situationen einstellen.

Blauer Himmel, angenehme Temperaturen und eine fantastische Fernsicht: Der Herbst kann eine der schönsten Zeiten zum Wandern sein. Doch gerade jetzt verändert sich die Lage in den Bergen teilweise innerhalb weniger Höhenmeter. Im Tal sitzt man noch im T-Shirt in der Sonne, während weiter oben bereits Schnee und Eis liegen können. Hinzu kommen kurze Tage, feuchtes Laub, Nebel und Hütten, die ihre Saison bereits beendet haben.

1. Unten Herbst, oben schon Winter

„An sonnigen Tagen ist es im Tal noch richtig warm, da denkt niemand daran, dass auf dem Berg bereits Schnee liegen kann“, sagt DAV-Bergsportexperte Stefan Winter. Bereits ab einer Höhe von etwa 1.600 Metern können teilweise winterliche Bedingungen herrschen. Gipfel ab rund 2.000 Metern können im Herbst je nach Bedingungen sogar Zusatzausrüstung wie Grödel oder Steigeisen erforderlich machen. Entscheidend ist dabei nicht allein die Höhe. Auf Nordseiten und in schattigen Bereichen können Schnee und Eis deutlich länger liegen bleiben als auf sonnenbeschienenen Südhängen.

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Sächsische Schweiz: Wandern macht zu jeder Jahreszeit Spaß. Im Herbst muss man aber darauf gefasst sein, dass das Wetter auf dem Berg völlig verschieden vom Wetter im Tal ist. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

2. Die Dunkelheit kommt schnell

Oktobertage sind im Schnitt vier Stunden „kürzer“ als Julitage. Während eine Stunde Verspätung im Sommer für Wanderer womöglich nur lästig ist, kann sie im Herbst den Abstieg im Dunkeln und bei stark fallenden Temperaturen bedeuten. Der DAV empfiehlt deshalb, früher aufzubrechen, eher kürzere Touren auszuwählen und rechtzeitig umzukehren. Eine Stirnlampe samt Ersatzakku beziehungsweise Powerbank gehört im Herbst in den Rucksack.

3. Laub wird zur Rutschgefahr

In schattigen Waldpassagen können Wege den ganzen Tag feucht bleiben. Blätter verdecken außerdem Wurzeln, Steine und Unebenheiten. Hinzu kommen Raureif und Frost. Interessant ist in dem Zusammenhang wieder der Höhenunterschied. Im Tal können Nebel und Kälte festhängen, während oben die Sonne scheint. Wer verschwitzt vom sonnigen Gipfel wieder in einen kalten Wald hinabsteigt, sollte besonders vorsichtig sein. Tragen Sie Schuhe mit kräftiger Profilsohle. Wanderstöcke können zusätzlich die Balance verbessern.

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Vulkaneifel: An einem Herbsttag scheint die Sonne auf einen mit Laub bedeckten Waldweg. (Quelle: IMAGO/Goldmann)
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