Unterschätzter Einfluss
Diese Erkrankungen erhöhen das Risiko für Gürtelrose
Aktualisiert am 29.09.2026 – 12:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine neue Umfrage zeigt: Viele Menschen wissen nichts über ihr Gürtelrose-Risiko. Wer besonders gefährdet ist und wie jeder vorsorgen kann.
Trotz häufiger Arztbesuche bleibt Gürtelrose bei Menschen mit chronischen Erkrankungen in Deutschland oft unthematisiert: Das ergab eine aktuelle Umfrage im Rahmen der Fokuswoche Gürtelrose 2026. Die Hälfte der Befragten über 50 Jahre mit chronischen Erkrankungen hat noch nie mit ihren Ärzten über Gürtelrose gesprochen – obwohl Menschen mit Grunderkrankungen ein um bis zu 30 Prozent höheres Risiko tragen. Und obwohl die Ständige Impfkommission (Stiko) inzwischen eine Impfung gegen Gürtelrose auch für alle Menschen mit chronischen Erkrankungen ab 18 Jahren empfiehlt.
Über die Umfrage
Die Umfrage wurde im Oktober 2025 in Deutschland, Irland, Portugal, Italien, den USA, Brasilien, Japan, Indien und China von Ipsos Healthcare im Auftrag von GSK durchgeführt. In jedem Land wurden bis zu 500 Personen ab 50 Jahren mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes (Typ 1 oder Typ 2), COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)/Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischer Nierenerkrankung und/oder anderen Immundefizienzen befragt. Die Daten wurden anhand von 10 Fragen zur Gürtelrose-Vorsorge sowie zum Wissen in Hinblick auf die Erkrankung Gürtelrose erhoben.
Schmerzen und Alltagseinschränkungen unterschätzt
Die Nervenerkrankung Gürtelrose geht in vielen Fällen mit starken Schmerzen einher, die einen normalen Alltag oft unmöglich machen. Dies bestätigt die Umfrage: Von den Befragten, die bereits an Gürtelrose erkrankt waren, berichtet die Hälfte von starken, den Alltag störenden Schmerzen. Mehr als ein Drittel gab an, dass Gürtelrose sie daran hinderte, zu arbeiten oder an gesellschaftlichen Veranstaltungen teilzunehmen.
Auch Stress und psychische Gesundheit haben einen Einfluss
Neben den Hauptrisikofaktoren – wie nachlassendes Immunsystem im Alter und chronische Krankheiten – gilt Stress als ein weiterer Risikofaktor für Gürtelrose. Bereits in der Umfrage 2025 beschrieb fast die Hälfte der damals Befragten sich als „deprimiert“, „ungesund“, „einsam“ oder fühlte sich „nicht sichtbar/wahrgenommen“ oder „gestresst“.
Besorgnis groß – Wissen gering
Menschen mit chronischen Erkrankungen haben nicht nur per se ein erhöhtes Risiko, an Gürtelrose zu erkranken, sondern die Infektion kann den Verlauf ihrer Grunderkrankung zusätzlich verschlechtern – etwa bei Diabetes, wo akute Infektionen den Blutzucker destabilisieren können. Dieser Zusammenhang ist den Betroffenen kaum bekannt, wie die Umfrage zeigt.
Zwar befürchten zwei Drittel der Befragten einen Krankenhausaufenthalt im Zusammenhang mit Gürtelrose und drei Viertel negative Auswirkungen auf ihren Alltag. Gleichzeitig glaubt ein Drittel, dass ihre chronische Erkrankung keinen Einfluss auf das Immunsystem oder das Gürtelrose-Risiko hat. Fast jeder Zweite kann nicht erklären, warum eine Grunderkrankung das Risiko erhöht, und jeder Vierte weiß wenig oder gar nichts über Gürtelrose. Dabei betonen 43 Prozent der Befragten, dass sie gerne verstehen würden, wie Gürtelrose das Management ihrer chronischen Erkrankung beeinflusst.
Ärztliche Empfehlung als Schlüssel
Eine zentrale Rolle bei der Gürtelrose-Aufklärung spielt die Arztpraxis: 46 Prozent der Befragten würden über Gürtelrose sprechen, wenn ihr Arzt sie darauf anspricht. Besonders Menschen mit Diabetes (58 Prozent), COPD/Asthma (56 Prozent) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (55 Prozent) reagieren laut der Studie auf ärztliche Empfehlungen. Das Ergebnis zeigt jedoch, dass trotz regelmäßiger Arztbesuche von fast drei Vierteln der über 50-Jährigen mit chronischen Erkrankungen Gürtelrose im Arztgespräch meist außen vor bleibt.














