Vier Millionen Autos betroffen
Rückruf bei VW: Auch Skoda und Seat müssen in die Werkstatt
Aktualisiert am 26.09.2026 – 10:08 UhrLesedauer: 3 Min.
Eine einzelne Schraube sorgt beim VW-Konzern für einen der größten Rückrufe seit dem Dieselskandal. Betroffen sind Millionen Autos von gleich vier Marken.
Der Rückruf im Volkswagen-Konzern wegen einer Schraube an der Lenkung hat sich auf rund vier Millionen Fahrzeuge ausgeweitet. Nach Informationen des „Handelsblatts“ sind neben VW und Audi auch Skoda und Seat betroffen. Eine Aktion dieser Größenordnung gab es im Konzern zuletzt beim Dieselskandal vor rund zehn Jahren.
Bei Volkswagen sind weltweit 2.159.054 Fahrzeuge potenziell betroffen, davon 895.832 hierzulande. Bei Audi sind es weltweit 696.547 Autos, deutschlandweit 58.555. Für Seat nennt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) weltweit 66.000 Fahrzeuge, davon 43.000 in Deutschland. Bei Skoda sollen es laut „Handelsblatt“ weltweit mehr als eine Million sein, offizielle Angaben dazu liegen noch nicht vor.
Betroffen sind Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran und Caddy aus dem Produktionszeitraum vom 24. September 2013 bis 1. Juli 2024 sowie der Audi Q3 aus dem Zeitraum 31. Oktober 2017 bis 23. Mai 2024, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) informiert. Grund für den Rückruf ist eine Schraube an der Befestigung des Lenkgetriebes. Bei Seat geht es um die Modelle Ateca und Tarraco, gebaut zwischen April 2016 und September 2024. Welche Skoda-Modelle betroffen sind, ist noch nicht bekannt. Ob auch Cupra-Fahrzeuge zurückgerufen werden, ist bislang nicht bestätigt.
Grund für den Rückruf ist eine Schraube an der Befestigung des Lenkgetriebes. Aufgefallen sei das Problem bei internen Qualitätsprüfungen, teilte ein Volkswagen-Sprecher dem „Handelsblatt“ mit. Das KBA weist darauf hin, dass ein Schraubenabriss zum Ausfall der Lenkung führen kann. Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit dem Problem sind der Behörde bislang nicht bekannt. Das KBA untersucht den Rückruf derzeit noch. Die Fahrzeuge dürfen einem VW-Sprecher zufolge weiterbewegt werden.
So kann es zum Ausfall der Lenkung kommen
Nach Angaben von „Auto Motor und Sport“ kann Feuchtigkeit in den Bereich der Befestigung eindringen und die Schraube über die Lebensdauer des Fahrzeugs korrodieren lassen. Wie es von Volkswagen heißt, könne es unter bestimmten Umwelteinflüssen und nach langjährigem Betrieb unter Streusalz-Einfluss zu dieser Korrosion kommen. Bricht der Schraubenkopf ab, ist das Lenkgetriebe demnach nur noch an einem weiteren Befestigungspunkt mit dem Vorderachsträger verbunden.
Unter hoher Belastung kann anschließend das Gehäuse des Lenkgetriebes beschädigt werden. Im Extremfall lässt sich das Fahrzeug dann nicht mehr lenken. Besonders beim Einparken und langsamen Rangieren können laut „Auto Motor und Sport“ hohe Kräfte auf die Lenkung wirken.
