November 6, 2026 5:10 p.m. CET

„Warum du so sprechen?“

„Rassismus“: Kritik an CDU-Minister nach Instagram-Kommentar

06.11.2026 – 15:26 UhrLesedauer: 2 Min.

Manfred Pentz (Archivbild): Der CDU-Politiker ist in den sozialen Medien verbal entgleist. (Quelle: Boris Roessler/dpa/Archivbild/dpa)

Hessens Minister Manfred Pentz steht wegen eines Instagram-Kommentars in der Kritik. Eine Partei fordert gar seinen Rücktritt.

Hessens Europaminister Manfred Pentz (CDU) gerät muss sich wegen Rassismusvorwürfen rechtfertigen. In einem Instagram-Post antwortete der Staatsminister auf Kritik des Volt-Politikers Sahak Ibrahimkhil: „Warum Du so sprechen …?!“, und ergänzte: „Ich nix sprechen, ich schreiben.“

Pentz entschuldigte sich später für den Kommentar und hat diesen wieder gelöscht.

  • Frankfurt: Ausschreitungen nach friedlichen Schülerprotesten
  • Roman Poseck: Linke mobilisiert Anwalt gegen Innenminister

Pentz hatte sich nach den Plünderungen auf der Frankfurter Zeil im Anschluss an friedliche Schülerproteste geäußert. In einem Instagram-Video hatte er die Ausschreitungen in der Frankfurter Innenstadt zunächst als „migrantische Gewalt“ bezeichnet.

Daraufhin antwortete ihm Sahak Ibrahimkhil. Er sprach in einem Kommentar von einem „genozidbefürwortenden, rassistischen und autoritären Milieu der Union“, das politisch bis ins kleinste Dorf bekämpft werden müsse. Deutschland müsse „entunionisiert“ werden. Daraufhin reagierte Pentz mit einer verbalen Entgleisung.

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Pentz äußert sich auf Instagram

Ibrahimkhil ist Mitglied der proeuropäischen Partei Volt in Essen in Nordrhein-Westfalen. Er wurde laut seiner Partei 1985 in Afghanistan geboren, zog als Kind nach Belgrad und lebt schon seit mehr als 30 Jahren in Deutschland.

Der 46-jährige Minister, studierter Versicherungsbetriebswirt und einstmals Generalsekretär der hessischen CDU, teilte laut Stadtfeld später mit: „Es tut mir leid, ich habe mich im Ton vergriffen. Meinen Kommentar habe ich gelöscht, für meine Wortwahl habe ich mich öffentlich und persönlich bei Herrn Ibrahimkhil entschuldigt.“

Partei Volt fordert Rücktritt

Der heutige CDU-Generalsekretär Leopold Born sprach von einer „zweifelsohne nicht angemessenen Reaktion auf eine verbale Entgleisung einer Person, die sich mit ihren Positionen regelmäßig außerhalb eines respektvollen demokratischen Diskurses stellt“. Kritik an der CDU sei „immer okay – aber sie braucht das richtige Maß, Fairness und den gleichen Maßstab für alle“.

Der Volt-Bundesvorstand forderte wie auch die hessische Linke und die Jusos Hessen-Süd Pentz‘ Rücktritt. „Wer einen Menschen öffentlich mit rassistischen Sprachklischees herabwürdigt, hat sich nicht einfach im Ton vergriffen. Das ist keine Entschuldigung, sondern der Versuch, Rassismus als sprachlichen Ausrutscher zu verharmlosen“, erklärte die Partei. Zugleich verurteilte sie die Ausschreitungen in Frankfurt: „Straftaten müssen konsequent verfolgt werden.“

Die Grünen-Opposition im hessischen Landtag in Wiesbaden sprach von Geistern, die Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) mit seiner Forderung „eines neuen Umgangs mit der AfD“ gerufen habe, wie es Grünen-Fraktionschef Mathias Wagner formulierte. Rhein hatte kürzlich mit Blick auf die Brandmauer zu der in Teilen rechtsextremen Partei unter anderem ausgeführt: „Wir grenzen uns klar von der AfD ab, aber wir grenzen die Partei nicht aus.“

Vor Pentz war schon Hessens Innenminister Roman Poseck in die Kritik geraten. Er hatte auf dem offiziellen Instagram-Account seines Ministeriums einen Beitrag veröffentlicht, in dem er von einem „Clan-Problem der Berliner Linken“ sprach.

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