Verschiedene Bedingungen im Vergleich
Was einen Spaziergang erholsamer macht
30.07.2026 – 14:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Viele Menschen gehen spazieren, um Entspannung im Alltag zu finden. Eine Studie zeigt nun, wodurch sich das Wohlbefinden dabei besonders steigert.
Ein Spaziergang im Grünen wirkt besonders erholsam, wenn auch Vogelgezwitscher zu hören ist: Das hat eine in der Fachzeitschrift „Environmental Conservation“ veröffentlichte Studie ergeben. Danach führt die Kombination aus naturnaher Umgebung und Vogelgesang zu weniger Stress, mehr positiven Gefühlen und einem stärkeren Erholungsgefühl als andere Umgebungs- und Geräuschkombinationen.
Natur tut der Psyche gut
Laut aktuellem Forschungsstand könnten Renaturierungsmaßnahmen in städtischen Gebieten dazu beitragen, psychische Probleme in der Bevölkerung zu mildern. So mehren sich unter anderem die Hinweise darauf, dass Vogelbeobachtung die psychische Gesundheit fördert und auch der Klang von Vogelgesang gesundheitliche Vorteile mit sich bringt.
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Zwei Umgebungen und zwei Geräuschkulissen getestet
Von mehr Natur könnten womöglich auch stressgeplagte Studentinnen und Studenten profitieren. Daher ging ein Forschungsteam der North Carolina State University kürzlich in einem Experiment erstmals der Frage nach, wo und wie die Wahrnehmung von Vögeln und Vogelgesang die psychische Gesundheit auf einem Hochschulcampus beeinflusst. Dazu verglich es, welche Auswirkungen Vogelgesang und Verkehrslärm in verschiedenen Umgebungen auf das psychische Wohlbefinden haben.
An der Studie nahmen 106 Personen teil. Während des Experiments hielten sie sich entweder in einem renaturierten Waldgebiet oder in einer nahegelegenen städtischen Umgebung auf, wo sie über geräuschunterdrückende Kopfhörer zufällig entweder Vogelgezwitscher oder Verkehrslärm hörten. So konnte das Forschungsteam getrennt untersuchen, welchen Einfluss die jeweilige Umgebung und welchen die jeweilige Geräuschkulisse auf das Wohlbefinden haben.
Singende Vögel steigern Erholungseffekt
Der Vergleich der verschiedenen Kombinationen ergab, dass sowohl die Umgebung als auch die gehörten Klänge das Erleben beeinflussen. Am besten schnitt die Kombination aus Wald und Vogelgesang ab: Hierbei verspürten die teilnehmenden Personen nach eigenen Angaben den geringsten Stress, die wenigsten negativen Gefühle, die meisten positiven Emotionen und den stärksten Erholungseffekt.
Am ungünstigsten war die Kombination aus städtischer Umgebung und Verkehrslärm. Hingegen lagen Mischformen dazwischen, was bedeutet: Vogelstimmen können selbst in einer grauen Umgebung das Wohlbefinden verbessern, während Verkehrslärm die erholsame Wirkung einer grünen Umgebung schmälert.
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass nicht nur eine natürliche Umgebung, sondern auch deren natürliche Geräuschkulisse einen wichtigen Beitrag für unser Wohlbefinden leistet.
Mögliche Bedeutung für Stadtplanung
Nach Ansicht der Studienautoren unterstreichen die Ergebnisse den Wert von Renaturierungsmaßnahmen in Städten für die psychische Gesundheit ihrer Bevölkerung. Grünflächen könnten den Menschen demnach noch mehr Erholung bieten, wenn sie sich zugleich als dauerhafte Lebensräume für Vögel eignen.
Aussagekraft der Studie begrenzt
Zu beachten ist allerdings, dass die Untersuchung nur die unmittelbaren Reaktionen der teilnehmenden Personen erfasste, die allesamt zum Umfeld einer Hochschule gehörten. Ob regelmäßige Aufenthalte in der Natur die psychische Gesundheit auch langfristig verbessern und inwieweit die Ergebnisse auf die Gesamtbevölkerung übertragbar sind, müssen daher weitere Studien klären.













