Oktober 8, 2026 8:26 p.m. CEST

„Alle sind total geschockt“

Vier junge Menschen sterben auf dem Weg zu McDonald’s


Aktualisiert am 08.10.2026 – 18:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Biesenthal: Blumen liegen zum Gedenken am Straßenrand. (Quelle: Marco Porzig/dpa)

Vier Mitglieder eines lokalen Simson-Klubs sind tot – vier junge Menschen, die auf ihren Mopeds verunglückt sind. Brandenburgs Verkehrsminister reagiert mit Erschütterung.

Nach einem schweren Unfall mit vier Toten in der Brandenburger Gemeinde Biesenthal zeigen sich Politik und Bevölkerung entsetzt. Biesenthals Bürgermeister Carsten Bruch (CDU) sprach von einer „ganz schlimmen Tragödie“. „Alle sind total geschockt“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Der Landkreis Barnim ordnete bis Freitag Trauerbeflaggung an seinen Schulen und Dienststellen an. Und Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) erklärte, die Nachricht von den vier Toten habe ihn zutiefst erschüttert: „Meine Gedanken sind bei ihren Familien und Freunden. Ihnen gilt mein tiefes Mitgefühl.“

  • Vier junge Menschen sterben: Auto stößt mit Mopeds zusammen
  • Überholen auf der Landstraße: Der tödliche 600-Meter-Irrtum

Der Unfall geschah am Mittwochabend gegen 19.40 Uhr. Fünf junge Menschen fuhren auf vier Mopeds über eine Landstraße – als ein entgegenkommender Autofahrer mehrere andere Wagen auf einmal überholte. Der 61-Jährige traf drei der vier Mopeds frontal.

Im Video | Vier junge Menschen sterben nach Überholmanöver

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Quelle: dpa

Nur ein Moped-Fahrer konnte ausweichen. Alle anderen starben: Für einen 15-Jährigen, einen 16-Jährigen, einen 19-Jährigen und eine 14-Jährige, die auf einem der Kleinkrafträder mitgefahren war, kam jede Hilfe zu spät. Sie starben noch an der Unfallstelle.

Angehörige am Straßenrand, als Mopeds abtransportiert werden

Das Auto des mutmaßlichen Unfallverursachers überschlug sich und geriet in Brand. Der 61-Jährige erlitt schwere Verletzungen. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Berliner Krankenhaus geflogen.

Am Unglücksort spielten sich Medienberichten zufolge herzzerreißende Szenen ab. Laut der Zeitung „B.Z.“ standen Angehörige am Straßenrand, als die zerstörten Mopeds abtransportiert wurden. Notfallseelsorger betreuten die Familienmitglieder ebenso wie die schockierten Einsatzkräfte.

Großcousine: „Wir sind noch ganz benommen“

Am Donnerstagvormittag hatten Menschen Blumen an der Unfallstelle niedergelegt und Kerzen aufgestellt. Die „Bild“-Zeitung traf vor Ort einen Cousin und eine Großcousine von Opfern. Die Angehörigen seien weinend zusammengebrochen, berichtete die Zeitung.

Demnach waren die vier Unfallopfer Mitglieder eines lokalen Simson-Klubs und mit ihren Mopeds der DDR-Kultmarke unterwegs zum McDonald’s nach Bernau, knapp 13 Kilometer entfernt. „Wir sind noch ganz benommen“, zitierte die „Bild“ die Großcousine. „Wir wissen nicht, was wir heute noch machen sollen. Das ist eine Katastrophe.“

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