Oktober 8, 2026 7:33 p.m. CEST

Fall bei „Aktenzeichen XY“

Blutbad in Finca: Anruf macht Ermittler hellhörig


Aktualisiert am 08.10.2026 – 18:10 UhrLesedauer: 2 Min.

ZDF-Moderator Rudi Cerne in der Sendung „Aktenzeichen XY“ (Archivbild): Zahlreiche Hinweise gingen ein. (Quelle: Peter Kneffel/dpa)

Ein deutscher Unternehmer, sein Sohn und eine Angestellte werden erschossen. Nachdem der Fall im ZDF ausgestrahlt wird, gibt es neue Hoffnung, ihn aufzuklären.

Im Fall des sogenannten „Bierkönig“-Mordes auf Mallorca vor fast 30 Jahren haben sich durch die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ am Mittwoch offenbar vielversprechende Hinweise ergeben. Stephanie Wossilus vom Landeskriminalamt Bayern sagte zum Ende der Sendung im Gespräch mit Moderator Rudi Cerne: „Wir haben sehr viele Hinweise bekommen, insbesondere aus dem näheren und nächsten Umfeld der Personen.“

Der Dreifachmord im Jahr 1997 hatte weit über Mallorca hinaus Entsetzen ausgelöst. Der aus Frankfurt stammende Unternehmer Manfred Meisel, Gründer des Kultlokals „Bierkönig“, sowie sein achtjähriger Sohn und eine Angestellte waren in der Nacht auf den 12. November in ihrer großzügigen Finca auf Mallorca erschossen worden. Bis heute haben sich keine belastbaren Erkenntnisse zu dem oder den Tätern ergeben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wandte sich daher an „Aktenzeichen XY“.

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Mord am „Bierkönig“-Gründer: Brechen alte Loyalitäten weg?

Trauerkränze und Blumenschmuck vor dem „Bierkönig“ (Archivbild): Der Dreifachmord erschütterte 1997 ganz Mallorca. (Quelle: Imago/Sepp Spiegl)

Vor allem ein Hinweis mache die ermittelnden Kollegen „hellhörig“, so Wossilus. Es gebe eine Person, die sich früher „recht loyal ihm gegenüber verhalten“ habe. „Da scheint sich was verschoben zu haben. Die Kollegen hoffen jetzt, dass sich da eine neue Aussage ergibt.“ Wossilus erklärte: „Manchmal müssen die Leute sich irgendwann was von der Seele reden. Wir gucken mal, was sich daraus ergibt.“

Ob Wossilus mit ihrer Aussage die Loyalität der Person zu Meisel oder aber zum mutmaßlichen Mörder meinte, wollte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt auch auf mehrfache Nachfrage von t-online nicht beantworten. Er sagte lediglich: „Es deutet sich an, dass es bei Zeugen möglicherweise Loyalitätsverschiebungen gegeben hat und nunmehr Bereitschaft besteht, weitere Aussagen zu tätigen.“ Bis Mitternacht seien mehr als 50 Hinweise zu dem Fall eingegangen.

Fall in „Aktenzeichen XY“: Verschiedene Theorien zum Motiv

Im Laufe der Jahrzehnte hatte die Staatsanwaltschaft mehrere mögliche Motive in Betracht gezogen. So könnte in der Tatnacht ein Raubüberfall aus dem Ruder gelaufen sein, hatte Oberstaatsanwalt Dominik Mies t-online erklärt. Ebenfalls möglich sei aber auch, dass Manfred Meisel sein großer Erfolg mit dem „Bierkönig“ zum Verhängnis geworden sei und es Verbindungen zur organisierten Kriminalität gebe.

Meisel war zudem als Europas größter Papageienzüchter bekannt. Zuletzt lebten auf dem Areal der Finca 2.200 Vögel, ihr Wert ging in die Millionen. „Möglicherweise ist er damit anderen Züchtern auf die Füße getreten“, mutmaßte Mies. Die Theorie der „Papageien-Mafia“ konnte bislang aber ebenfalls nicht erhärtet werden.

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